Veröffentlicht von Heike Luchterhandt am Mi., 2. Dez. 2015 14:00 Uhr

11.09.2016:


Liebe Leser,

dies wird der letzte Streich. Der letzte Blog-Eintrag knapp zwei Wochen nach Ende des FSJs. Viel Spaß beim Lesen!


Nachdem ich am Sonntag, den 17. Juli, schon im Open-Air-Gottesdienst in Frohnau sehr schön verabschiedet wurde, habe ich jetzt auch die zweite offizielle Verabschiedung hinter mich gebracht. Die Tage vor dem 26. August waren durch weitreichende Vorbereitungen in der Universität der Künste geprägt, in dessen zweiten Obergeschoss und Konzertsaal an jenem Freitag die A&A-Veranstaltung stattfand. „A&A“, weil es eine Abschluss- für die alten FSJler wie mich, und eine Auftaktveranstaltung für die neuen FSJler ist. Bereits im Juli begannen die Überlegungen dazu, zum Beispiel das Finden eines geeigneten Themas. In dieser Phase setzte sich „FSJ Kultur Ahoi – Wir segeln in die Zukunft!“ mir völlig unbegreiflicher Weise gegen „FSJoghurt – Wir bilden unsere eigene Kultur“ durch. Vermutlich wurde letzteres Leitmotiv auch von der Trägerorganisation des FSJ Kultur als nicht wegweisend und öffentlichkeitstauglich empfunden, und so dekorierten wir Freiwilligen des FSJ Kultur aus Berlin-Brandenburg die Räumlichkeiten in blau und mit Wellen, Schiffen, Meerespflanzen in grün, Quallen und Fischen in jeglichen Farben. Am Nachmittag des dritten Vorbereitungstages begann dann die eigentliche Veranstaltung. Neben den alten und neuen Freiwilligen waren auch Politiker eingeladen worden, um Beiträge anzusehen, die während der Seminare entstanden waren (z.B. verschiedene Songs, eine Modenschau, kleine Textabfassungen), aber auch um ein paar unserer eigenen Projekte zu bestaunen, die einige FSJler auf die Beine gestellt hatten. Zum Abschluss der Veranstaltung bekamen wir alten Freiwilligen auch unsere Zertifikate über das FSJ ausgehändigt und damit verabschiedet.

Und so endete mein FSJ.

Jetzt bleibt mir nur noch, Danke zu sagen. Danke für ein tolles Jahr in der Kirchengemeinde Frohnau, in welchem ich so viel erleben durfte. Für die große Menge an Erfahrung, die ich sammeln konnte. In allen Ensembles, der Kantorei, dem Kantatenchor, dem Bläserchor, der Singschule, im Jungen Blech, habe ich in diesem Jahr unglaublich viel gelernt (sowohl musikalisch als auch menschlich), und zwar bei toller Atmosphäre, die es leichtgemacht hat, sich jede Woche für die anstehenden Termine zu motivieren. Das liegt natürlich auch an den Mitgliedern der jeweiligen Ensembles, die mich freundlich und offen angenommen haben, allerdings ist es logisch, dass an dieser ein besonderer Dank Sabine Schmidt und Jörg Walter gilt. Sie haben das Freiwillige Soziale Jahr für mich erst möglich gemacht, ihnen beiden ist zu verdanken, was ich alles erlebt habe. Danke dafür!

Ich bin nicht aus der Welt. Ich werde im Oktober in Berlin anfangen, Medizin zu studieren. Nebenbei werde ich probieren, einige der Termine, die ich im FSJ hatte, weiter wahrzunehmen. Dies bezieht sich auf die Orgel, die Kantorei und die Bläserarbeit. Man wird mich also trotzdem des Öfteren in der Kirche antreffen. Als allerletztes Schlusswort möchte ich mich bei allen Lesern bedanken, die meine Reise durch das FSJ mitverfolgt haben und auch durch den Blog Anteil daran genommen haben. Vielen Dank, für Rückmeldungen, Anmerkungen, Kritik und Lob am und für meine fast regelmäßig erscheinenden Beiträge. Danke, aber auch einfach nur fürs Lesen.

Man sieht und hört sich,

Christoph





05.07.2016:


Liebe Leser,

willkommen zum Mega-XXL-Super-Blogeintrag mit allen wichtigen und unwichtigen Details aus den letzten viereinhalb Wochen, die es sich zu erfahren lohnt!

Mittlerweile vor vier Wochen ging es nach Dresden zum Deutschen Evangelischen Posaunentag (ab jetzt kurz und liebevoll „DEPT“). Mit dabei: Die Neubläser mit ihren Posaunen, Lorenz vom Jungen Blech Frohnau plus Sabine und ich.
Am Freitag, den 3. Juni, trafen sich mittags sieben der insgesamt zehn mitreisenden Blechbläser, darunter auch mein Vater und ich, zum Beladen des Gemeindebusses. Dies war schnell erledigt und so brachen wir gen Dresden auf. Während der von Staus und Baustellen geprägten Autobahnfahrt verschlechterte sich das eigentlich schöne Sommerwetter, sodass wir verspätet und bei Regen in Dresden ankamen. Verspätet, da bereits um 17 Uhr die Eröffnungsveranstaltung begonnen hatte, bei der man auch hätte mitspielen können, wenn man wollte. Wir entschieden uns aufgrund der fortgeschrittenen Zeit und des Regens dagegen und fuhren nach dem Beziehen der Hotelzimmer nur zum Zuhören hin.
Auf dem Altmarkt, in der Dresdener Innenstadt, hatten sich bereits einige Tausend (!) Bläser, um schon einmal miteinander zu musizieren. Der erste Klangeindruck von so vielen Blechbläsern war bereits sehr cool, aber dennoch sollte dies nur der Anfang sein.


Ein Teil der Neubläser.

Später am Abend begaben wir uns zur Heilandkirche, wo wir uns ein Konzert mit dem Titel „Alphorn Pur Natur“ anhörten. Der Name war Programm - es gab „Naturex- und -impressionen“. Obwohl die Alphörner mit ihrem weichen Klang etwas sehr Beruhigendes an sich haben, muss ich sagen, dass man nach einer halben Stunde im Grunde genommen genug gehört hat. Durch die fehlenden Ventile sind Alphörner in ihrer Auswahl an möglichen Tönen doch recht eingeschränkt. Daraus folgt auch, dass die einzigen beiden Harmonien, die klingen, Tonika und Dominante sind, was nach einiger Zeit schon auch anstrengend wird.


Die Heilandkirche von innen.

Der Samstag begann mit einem gemeinsamen Frühstück und anschließender Probe im Dresdener Fußballstadion. Bereits auf dem Weg dahin liefen überall Bläser mit uns mit – soweit das Auge reichte, überall Blechbläser. Im Stadion angekommen richteten wir uns auf den uns zugeteilten Plätzen ein und konnten danach beobachten, wie die Massen in das Stadion strömten und es langsam füllten. Immer mehr Menschen kamen, bis es am Ende fast 20.000 waren, die sich zur Probe versammelten. Über leider zu kleine (ca. 2m x 3m) Bildschirme (es gab im ganzen Stadion genau vier) hätte man theoretisch einen Dirigenten erkennen können, wenn der eigene Platz nah genug dran gewesen wäre. Das Zusammenspiel war vermutlich auch deswegen nur mittelmäßig gut, allerdings spielte dies keine große Rolle. Die B-Dur Akkorde, die immer bei Zustimmung auf Ansagen oder Ähnliches folgten, entschädigten vollends für die mitunter 15-sekündige Verschiebung in einem Stück (1. Lied zum Mitsingen beim Abschlussgottesdienst am Sonntag).


Das Fußball-Stadion füllt sich langsam mit Blechbläsern.

Den restlichen Samstag verbrachten wir in der Stadt, bis wir uns abends in der Kreuzkirche einfanden, um einem weiteren Konzert zu lauschen - diesmal mit „richtigen“ Instrumenten.
Danach ging es weiter zu Elbe. Dort sollte eine Abendserenade stattfinden, über die Elbe hinweg gespielt werden. Auf den Brücken über die Elbe standen dicht gedrängt Zuhörer, um von der Veranstaltung so viel wie möglich mitzubekommen. Zum Ende konnten wir ein großes Feuerwerk bestaunen, was den Abend abrundete. Viel wichtiger war aber doch die Musik: Mit so vielen Gleichgesinnten zu musizieren, während die Sonne langsam unterging, das war ein sehr schönes Erlebnis.


Vor Beginn der Abendserenade.

Während der Abendserenade.

Sonntag gab es den großen, festlichen Abschluss-Gottesdienst. Nach dem Niesel-Regen am Freitag hatte der Wetterbericht für das gesamte Wochenende Regen und Gewitter vorhergesagt, aber sowohl Samstag als auch Sonntag gab es nur strahlenden Sonnenschein. So beklagten sich jene, die in der Mitte des Stadions auf dem Rasen saßen (wie zum Beispiel unser Pfarrer Schöntube, der privat angereist war) nicht nur über komplett nasse Kleidung, sondern auch über akuten Wassermangel und Sonnenbrand. Wir als Frohnauer Reisegruppe saßen glücklicherweise im Schatten, und so konnten wir den tollen Gottesdienst in vollen Zügen genießen. Ex-EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann hielt eine wundervolle Predigt und musste zwischendurch mehrmals pausieren, da B-Dur-Akkorde gewaltiger Ausmaße durch das Stadion schallten, um die Botschaft zu untermauern.
Ein besonderes Erlebnis während des Gottesdienstes: Irgendjemand in unserem Block spielt während eines „Gemeindeliedes“ alleine und ganz laut „Tochter Zion“. Es war sogar in der richtigen Tonart, gestört hat es deswegen nicht.
Im Anschluss an den Gottesdienst ging es zurück zum Hotel und von dort aus ab nach Hause, nach Berlin. Dies war ein Wochenende, was auf jeden Fall im Gedächtnis bleiben wird und ich freue mich schon auf den nächsten Posaunentag.


Am Samstag in der Innenstadt Dresden.



Mehrstimmiges Singen mit der Gemeinde, Unterstützung gab der Kantatenchor, unter Anleitung von Jörg Walter und mir, das war Konzept.
Lange Planung war dieser Veranstaltung vorausgegangen. Diese begann mit einer fast demokratischen Abstimmung über die zu singenden Lieder. „Fast“ demokratisch, da ich die Freude hatte, mir fünf der insgesamt 17 Lieder direkt auszuwählen, der Rest wurde durch den Kantatenchor gewählt. Nach vielen, vielen Stunden des Stimmenauszählens und dem Erstellen eines Rankings stand das Programm fest. Seit Jahresbeginn studierte ich (nach vorheriger Unterweisung durch Jörg Walter) mit dem Chor nach und nach das Programm ein. In den letzten Wochen vor der Veranstaltung bereitete ich dann intensiv meinen eigenen Teil für das Offene Singen vor: Das Dirigieren und die Moderation in der ersten, sowie das Harmoniumspielen in der zweiten Hälfte des Abends.
Am Freitag, den 10. Juni, fand das „Offene Singen“ statt. Im Vorfeld waren Jörg und ich uns nicht sicher, inwiefern das Offene Singen überhaupt als Angebot für die Gemeinde wahrgenommen werden würde – wir rechneten mit zwischen fünf und 150 Menschen, die zusätzlich zum Kantatenchor unserer Einladung folgen und mit uns singen würden. Welch eine freudige Überraschung gab es, als sich die Kirche immer mehr füllte und am Ende mehr als 200 Gemeindemitglieder in unseren Bankreihen saßen. Der gesamte Abend verlief großartig. Wir konnten alle miteinander viele (auch musikalisch) schöne Momente erleben und das Offene Singen kam so gut an, dass unsere Pfarrerin Elisabeth Roth in ihren Schlussworten sagte, sie könne vom dem Offenen Singen als eine „neugeborene Tradition“ sprechen. Ob dies jedes Jahr bei so großem Aufwand zu schaffen ist? Die Zeit wird es zeigen, und bis es soweit ist, erfreue ich mich an dem vielen positiven Feedback, welches ich bekam.


Am 19. Juni gab es ein „fröhliches Mitmach-Konzert für Jung und Alt“ mit dem Namen „Gerümpel im Tümpel“. Die Geschichte, dessen Name äußerst entfernt an das Musical „Gerempel im Tempel“ erinnert, handelte von der Natur, dem Wald und deren Verschmutzung. Obwohl ich nicht anwesend sein konnte, habe ich mir sagen lassen, dass die Spatzen der Singschule sowie die jüngste Gruppe des Jungen Blechs die Geschichte sehr schön untermalt und mitgestaltet haben.

Die Spatzen der Singschule.


Am vierten Wochenende im Juni standen wieder einmal viele Programmpunkte auf dem Ablaufplan.
Das Wochenende begann zunächst einmal am Freitagnachmittag mit einer Theaterprobe mit anschließender Generalprobe für das Stück "Großwildjagd". Ein Running Gag in der Laien-Theatergruppe der Kirchengemeinde ist es, dass jeder "Neue" als erste Rolle die Leiche spielen muss, auch ich war da keine Ausnahme. Im Prolog (in welchem ich nicht einmal Text hatte) lebte ich noch, ab Szene 1 nicht mehr. Auch in der folgenden Szene lag ich noch tot in meinem Rollstuhl, dann war mein Auftritt schon zu Ende. Dafür nutzte ich dann im Prolog das stumme Spiel umso mehr, um den querschnittsgelähmten, trinkenden und aggressiven englischen Lord darzustellen. Die Aufführungen am Samstag und Sonntag wurden ein voller Erfolg.

Besonders gemocht wurde ich zumindest als Lord William Fortescue nicht so sehr. Ich tot im Rollstuhl.

Vorher hatte ich am Samstag jedoch schon Einiges erlebt. Nach der allsamstäglichen Probe des Jungen Blechs, fand oben in der Kirche eine Trauung statt, auf der die Nightingales sangen.
Direkt danach ging es hoch auf die Orgelempore, einspielen.
Wenig später startete dann auch schon das gemeinsame Schülerkonzert von Johanne von Harsdorf und Jörg Walter, es spielten Klavier- und Orgelschüler. Ich hatte die Ehre, das Konzert mit der Fantasie & Fuge in C-Moll von Johann Sebastian Bach abzuschließen. Es war sehr aufregend, da es doch ein längeres und für knapp 10 Monate Orgelunterricht gar kein leichtes Stück ist. Umso sehr freute ich mich, dass alles gut klappte und ich so mein erstes, großes Orgelwerk abschließen konnte.

Bevor ich mich richtig beruhigt hatte, saß ich bereits unten im Gemeindesaal in der Maske, um für die Aufführung geschminkt zu werden. Was danach kommt, ist bereits hinreichend bekannt.




Am Sonntag ging es dann zum letzten Bildungsseminar in meinem FSJ Kultur nach Werftpfuhl (Brandenburg…). Diesmal war das Seminar nicht auf drei Gruppen à ca. 50 Personen aufgeteilt, nun kamen alle knapp 150 Freiwilligen zusammen. Nicht nur bekannte Gesichter wiederzusehen, auch noch einmal neue Menschen kennen zu lernen, war sehr schön. Über die Woche bis zum letzten Tag am Freitag besuchten wir wie bei den anderen Seminaren auch Werkstätten, zu kulturellen, künstlerischen, musischen und gesellschaftlichen Themen. Des Weiteren ging es auch um die Gestaltung der Abschlussveranstaltung, die Ende August stattfinden wird.




Am vergangenen Sonntag kam ein Programmpunkt an die Reihe, auf den ich mich schon lange gefreut habe: Wir Orgelschüler haben einen Ausflug nach Karlshorst zu der (in fachkundigen Kreisen) berühmten Amalien-Orgel gemacht. Anna Amalia, Prinzessin von Preußen, ließ sich 1755 die Orgel erbauen. Die wunderschöne, kammermusikalische Orgel überlebte nur durch Glück den zweiten Weltkrieg und steht jetzt in der Kirche Zur frohen Botschaft. Die besondere Klangqualität, vor allem die der leiseren Register und die historische Stimmung (im Gegensatz zu der gleichförmig temperierten Stimmung, die ein „normales“ Klavier hat) machen dieses Instrument so interessant. Jeder von uns hatte Zeit, sich an die Orgel zu gewöhnen und zu spielen, was großen Spaß gemacht hat.


Die Amalien-Orgel und die leider etwas ungünstig platzierte Lampe in der Kirchen Zur frohen Botschaft in Berlin-Karlshorst.

Der prächtige Prospekt der Amalien-Orgel.



Während der Zeit meiner Tätigkeit als FSJler hier in der Gemeinde gibt es jetzt noch zwei Höhepunkte, die es sich lohnt, anzukündigen:
1. Dieses Wochenende feiern die Frohnauer Batzen, die Freizeitfußballmannschaft unserer Kirchengemeinde ihr 10jähriges Jubiläum. Das Junge Blech Frohnau wird zu diesem Anlass spielen, ich werde ausnahmsweise mal nicht hinterm Pult, sondern vorne als Dirigent stehen.
2. Zum Ende des Schuljahres gibt es wie immer den Open-Air-Gottesdienst im Fuchssteiner Weg mit dem Bläserchor und anschließendem Konzert des Jungen Blech Frohnaus. Diese Veranstaltung wird praktisch die letzte offizielle Veranstaltung meines Freiwilligen Jahres werden.




Allerdings bin ich noch nicht aus der Welt, mindestens einen Blogeintrag wird es auf jeden Fall noch geben!

Christoph










03.06.2016:

Liebe Leser,

drei Wochen sind seit dem letzten Blogeintrag wieder ins Land gegangen und ich sehe die verbleibende Zeit im Freiwilligen Sozialen Jahr unter mir hinwegschmelzen: In schon 7 Wochen (bzw. in 2-4 Blogeinträgen) sind bereits Sommerferien, womit meine Zeit als FSJler endet. Aber schauen wir zunächst einmal zurück:



Donnerstag, 13. Mai. 4:30 Uhr. Morgens. Aufstehen. Großartig. Der Umstand, dass ich am vorherigen Tag bis spät abends am FSBlog gearbeitet habe, macht sich bemerkbar und erschwert das Aufwachen erheblich. Aber Paris wartet auf mich, das Flugzeug jedoch mit Sicherheit nicht. Es hilft alles nichts, raus aus der Waagerechten und fertigmachen. 6:55 Uhr einen Flieger zu nehmen, hat den Vorteil, bereits 8:40 Uhr in Paris sein zu können und noch den gesamten Tag zum Erkunden der Stadt zu haben. Zumindest wenn man außer Acht lässt, dass man danach noch etwa zwei bis drei Stunden braucht, um in die eigentliche City zu kommen.
Der Grund der Reise: Der Gegenbesuch der Frohnauer Kantorei in Paris und dem Vorort Antony - im November 2015 war der französische Chor bei uns zu Gast - verbunden mit zwei Konzerten, in denen sowohl Felix Mendelssohn Bartholdy’s „Hör mein Bitten“ als auch Brahms‘ „Ein Deutsches Requiem“ zur Aufführung kommen sollten. Neben diesen Programmpunkten wollte natürlich auch der deutsch-französische Kontakt gepflegt und gefestigt werden. Des Weiteren hat Paris ja doch auch kulturell Einiges zu bieten, daher kam es mir, der ich das erste Mal nach Paris reiste, sehr recht, dass ich fast sieben Tage in der Stadt hatte, um mir das anzuschauen, was ich gerne sehen wollte.
Wie in Rom auch spazierte ich, da meine Altersgruppe der Frohnauer Kantorei in Berlin geblieben war, meist alleine durch die Straßen. Allerdings traf ich die anderen Chormitglieder neben drei zentral organisierten Ausflügen bei den Proben am Freitag und Montag, sowie bei den Konzerten am Samstag in Antony und am Dienstag in der Kirche St. Roch.



Am ersten Abend auf einem Spaziergang.



Das Buffet nach dem ersten Konzert in Antony. Neben diesem Tisch gab es noch einen zweiten, etwas Kleineren. Nein, an diesem Abend ist niemand hungrig nach Hause gegangen. Das Essen war fantastisch - das Konzert übrigens auch. Das bereits bekannte Requiem nun mit Orchster aufzuführen, war eine besondere Freude.



Natürlich durften wichtige Highlights nicht außen vor gelassen werden.



Ja, die Mona Lisa im Louvre ist schon etwas Besonderes. Vor allem weil immer etwa 150 Leute durchgehend davor stehen und die Arme in die Höhe recken, um ein Foto zu machen (ja ich weiß, ich bin in dieser Hinsicht nicht besser, aber wenigstens versuche ich nicht, mich UND das überraschend kleine Bild GLEICHZEITIG zu fotografieren...)



Die Orgel der Kirche St.-Étienne-du-Mont. Hier hörte ich mir am Sonntagnachmittag unter anderem mit Jörg Walter ein Orgelkonzert mit typisch französischer Orgelmusik an.



Einige Chormitglieder trafen sich am Sonntagabend zu einer Schiffsrundfahrt auf der Seine.



Die Kirche St. Roch von innen, in der am Dienstagabend das zweite Konzert stattfand.




An meinem letzten Tag in Paris fuhr ich nach Versailles.





Aufregend wurde es dann, als am Nachmittag der Streik der öffentlichen Bahnen in Paris begann, ich in Versailles feststeckte und ich aber doch eigentlich recht dringend zum Flughafen Charles-de-Gaulle (andere Seite der Stadt) wollte, um meinen Flug zu erwischen. Long story short: Es ist alles gut gegangen, aber der Stress wäre mir doch gerne erspart geblieben.


Kaum aus Paris zurückgekehrt ging es nur zwei Tage später schon weiter nach Gransee. Dort fand am Wochenende vom 20.-22.05. ein Gospel-Workshop statt, an welchem die Nightingales der Singschule Frohnau, aber auch viele andere Chöre Berlin-Brandenburgs, teilnahmen. Leiter und Dozent für diesen Workshop war Hanjo Gäbler, unter anderem Filmmusiker, Pianist und Gospel-Musiker aus Bremen. Hanjo brachte seine eigenen Gospel-Songs mit, die dann am Sonntagvormittag im Gottesdienst in der Marien-Kirche zur Aufführung kommen sollten. Mit dem Gemeindebus oder teilweise auch individuell reisten die Chormitglieder am Freitagabend an, um dann gleich an der ersten Chorprobe teilzunehmen. Nach der Probe, als es schon etwa 21:30 Uhr gingen alle Frohnauer ins leerstehende Pfarrhaus, um dort ihre Lager für die Nacht aufzuschlagen. Alle? Wirklich alle? Nein, nicht ganz. Fünf mutige Nightingales, darunter auch ein FSJler, hatten sich in den Kopf gesetzt, im Pfarrgarten zu zelten. Unter ständigen Mückenattacken und später auch dem leichten Regen ausgesetzt, wurden die Zelte errichtet und befestigt. Nach einiger Zeit, bereits in ziemlich Dunkelheit, stand das Lager.
Am nächsten Morgen wurden wir Camper um 6:15 Uhr nur mittelmäßig sanft von Vogelgeschrei und gefühlten 50°C in unseren Zelten aus unseren Traumwelten entrissen. Schon drei Stunden später gab es im Gemeindebüro neben dem Pfarrhaus ein gemeinsames Frühstück und im Anschluss daran direkt die nächste Chorprobe. Nach der Probe am Freitagabend waren bereits zwei der vier Songs so gut wie fertig, sodass wir am Samstag die Sache etwas ruhiger angehen konnten. Wir verbrachten den Tag im Gemeindesaal mit mehreren Chorproben und einem gemeinsamen Mittagessen zwischendurch. Während ich den Tag mit ein wenig selbst gespielter Orgelmusik in der besagten Marien-Kirche ausklingen ließ, hatten sich einige Nightingales bereit erklärt, für uns Frohnauer ein Abendessen zu kochen - das war schon Wahnsinn: Gute Chor- und Orgelmusik, dann "nach Hause" kommen und das Essen ist fertig; einfach genial.
Den Abschluss des Workshops bildete der Gottesdienst am Sonntag. Zum Glück wurden über Nacht in der großen Kirche die Fenster offen stehen gelassen, sodass sich die Kirche am Morgen genau um das eine Grad erwärmt hatte, dass unser Atem gerade keine weißen Dampfwölkchen mehr erzeugte. Dennoch feierten wir einen schönen Gottesdienst mit sehr lockerer Atmosphäre, was nicht zuletzt daran lag, dass die Gemeinde unter Hanjo Gäblers Leitung bei bekannten Liedern auch kräftig mitsang. Im Anschluss daran gab es eine kleine Verabschiedung, danach ging es wieder zurück nach Frohnau.

Nicht für allzu lange wohlgemerkt, denn am folgenden Tag (man bedenke, dass Montag = mein freier Tag – eigentlich) begann mein Wahlpflicht-Bildungsseminar im Atrium (Märkisches Viertel). Das Oberthema des Seminars war sehr präzise und total einfallsreich: „Kling Klang: Klänge“. Nun gab es im Vorfeld die Möglichkeit, sich zwischen den beiden Workshops „Klang und Einöde“ oder „Deutsch im Gehörgang“ zu entscheiden. Ich wählte Letzteren, um laut Beschreibung „einen kleinen Beitrag für eine große Sache zu leisten“, nämlich einen Beitrag für ein deutsch-deutsches Video-Wörterbuch für Geflüchtete zu erstellen.
Allerdings entwickelte sich das Ganze etwas anders als erwartet: Die Leiterin des Workshops stellte uns komplett frei, was wir Produktives machen wollen. Da auch der Charakter des Video-Wörterbuchs stark von meinen Vorstellungen abwich, entschied ich mich dafür, Musikstücke oder Klangexperimente am Computer anzufertigen. Die beiden dafür zur Verfügung stehenden Programme „Windows Movie Maker“ (funktioniert für Audio-Sachen wenig bis gar nicht) und „Audacity“ (man kann viel damit machen, aber nie das, was man will) stellten sich nicht als überzeugend heraus. Die Arbeitsmotivation hielt sich dementsprechend in Grenzen – bei allen Seminarteilnehmern. Sehr lustig war, mit einigen anderen FSJlern in dem nahen „Pavillion de l’Art“ zu wohnen und so schöne Stunden miteinander zu verbringen. Trotzdem hätte ich diese Woche gut zum Erholen gebrauchen können, was während eines solchen Seminars nicht wirklich möglich ist. Aber so ist es halt: Man kann sich nicht alles aussuchen.



Zu guter Letzt schauen wir wieder in die nahe Zukunft: Am Wochenende vom 03.06. bis zum 05.06. findet der „Deutsche Evangelische Posaunen-Tag“, auch kurz und liebevoll „DEPT“ genannt, in Dresden statt. Sabine und ich werden mit den Neubläsern hinreisen - um zu spielen, zu schauen und zu hören.Der Abschlussgottesdienst am Sonntag wird um 12 Uhr im MDR-Fernsehen übertragen. Mehr dazu im nächsten Beitrag.

Dann findet eine Woche darauf am Freitag, den 10.06., am Vorabend des Trödelmarkts, um 18 Uhr ein „Offenes Singen“ statt. Die hoffentlich zahlreich anwesende Gemeinde wird mit Unterstützung des Kantatenchors und unter Jörg Walters und meiner Leitung mehrstimmige Lieder aus den beiden Gesangbüchern EG und SiJu singen – herzliche Einladung an alle!



Bis zum nächsten Mal,
Christoph








11.05.2016:


Liebe Leser,

wie versprochen gibt es einen neuen Blogeintrag – die neusten Neuigkeiten sind wieder abrufbar.



Das Brahms-Requiem in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche bot am letzten April-Wochenende für mich als FSJler einige Beschäftigungsmöglichkeiten. Am Freitagvormittag, also ein Tag vor dem Konzert, brachten Jörg, einer meiner Freunde, Nicolai, und ich das schwere Harmonium unserer Gemeinde mit dem gemeindeeigenen Bus in die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche. Direkt im Anschluss daran chauffierten wir auch die drei Pauken, die wir von der Musikhochschule „Hanns Eisler“ ausgeliehen hatten, zum Aufführungsort, wo auch am Abend die Generalprobe
stattfinden sollte.




Festgeschnallt und festgezurrt: Das Harmonium ist transportfertig.


Der Beginn der Generalprobe war auf 19 Uhr angesetzt. Jörg, der als Hauptverantwortlicher schon früher da sein wollte, konnte somit nicht wie üblich am Freitag die Kantatenchorprobe leiten. Was macht man in diesem Fall? Natürlich delegieren. Und an wen? Na klar, an den FSJler. So stand ich am Freitag um 17.30 Uhr an Jörgs Stelle vor dem Kantatenchor und tat an seiner
Stelle, was er auch immer tut. Lockerungsübungen, Einsingen und danach Lieder für das Offene Singen mit der Gemeinde am 10.06. Eine eigene Chorprobe? Ja, das war ein Debut für mich. Im Anschluss daran ging es direkt zur Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, wo bis etwa 21 Uhr die Generalprobe stattfand.

Aber das Wochenende ist ja noch lange nicht rum: Am Samstag nach den Proben des Jungen Blechs ging es dann 14 Uhr zur Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche. Alles vorbereiten, 16 Uhr Anspielprobe, 18 Uhr Konzert. Diese dritte Aufführung des Requiems war doch nochmal etwas Besonderes. Abgesehen natürlich von der weiteren Zeit zum Proben, die uns als Chor jetzt zur Verfügung stand und einer damit einhergehenden NOCH besseren Klangqualität besitzt die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche durch das blaue Licht, welches durch die Fenster kommt, doch nochmal eine andere Atmosphäre.


Was kann man erwarten, wenn man einen Veranstaltungsort für teures Geld mietet und in dieser Miete ein Kostenpunkt „Podest“ enthalten ist?
Hier meine Meinung:

1. Das Podest wird zur Generalprobe fertig aufgebaut.
2. Das Podest hält. Wackelt nicht, stürzt nicht ein, sondern trägt den gesamten Chor sicher durch die Probe und das Konzert.
3. Das Podest wird nach der Generalprobe wieder abgebaut.


Wie sich herausstellte, waren anscheinend lediglich zwei der Punkte im Preis enthalten. Und so kam es, dass wir nach einem schönen Konzert herausfinden mussten, dass beim Podest-Abbau noch Hilfe benötigt wird. Wie sich allerdings herausstellte, ging es weniger um Mithilfe, sondern vielmehr darum, das Podest unter Anleitung komplett abzubauen: Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche stellte freundlicherweise genau einen fachkundigen Arbeiter, der alleine bis ins Morgengrauen beschäftigt gewesen wäre. Der restlichen Kräfte kamen dann aus dem Chor.

Wenigstens hatte ich im Anschluss daran noch die Gelegenheit, auf der großen Schuke-Orgel der Gedächtniskirche zu spielen, was doch für die vorausgegangene Mühe entschädigte.


Am Sonntag dann schloss das Kapitel Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche dann mit dem Ausladen des Harmoniums in Frohnau. Schon ein guter Teil des Wochenabschlusses - oder?





Am Donnerstag, den 05.05. fand auf dem Dianaplatz in Hermsdorf ein ökumenischer Freiluft-Gottesdienst statt. Wie immer an Himmelfahrt spielte auch dieses Jahr das Junge Blech Frohnau wieder mit, sogar einige der Neubläser (auch: „die Posaunisten“) waren dieses Mal dabei und absolvierten hier ihren ersten Auftritt – cool!



Junges Blech und die Neubläser.

Generell entwickelte sich alles zu einem bunten, lustigen Vormittag.

Jugendliche aus der Felsen-Gemeinde führten ein so witziges Anspiel für den Gottesdienst auf, dass sie selber lachen mussten und somit einige Textteile nicht mehr verständlich waren. Aber die Botschaft, die vermittelt werden sollte, kam doch recht klar zum Ausdruck: „Einer fehlt“. Diese Aussage sollte der Leitfaden für den Gottesdienst sein.

Dies zeigte sich dann zum Beispiel darin, dass wir als Junges Blech ein Gemeindelied in Es-Dur zu spielen begannen und nach der ersten Strophe der Chor mit Klavierbegleitung in D-Dur weitersang. Was fehlt? Genau, der eine Halbton. Dies hatte den schönen Nebeneffekt, dass es nach der zweiten Strophe (als das Junge Blech wieder spielte) wieder einen halben Ton hoch ging und somit ein ganz neues Pop-Feeling beim Singen der traditionellen Kirchenlieder entstand.

Einer fehlt, darunter fällt auch der Lektor bzw. die Lektorin aus Waidmannslust, wodurch eine Lesung wegfiel, was aber zum Glück gar niemand gemerkt hat (außer den etwa insgesamt 5 Personen, die einen vollständigen Ablauf besaßen).

Aber natürlich besaß der Gottesdienst auch eine andächtige Seite. So gab es zwischendurch einen 5-minütigen Liturgie-Block, dessen Gesänge zwar auf dem Liedblatt abgedruckt waren, jedoch aufgrund fehlender Anweisungen für die Gemeinde zu einem Solo-Konzert wurden. Weiterhin entstand eine spontane, etwa 30-sekündige Schweigeminute, als eine Sache fehlte: Die Regie-Anweisung für den nächsten Punkt im Ablauf.

Der Gottesdienst wurde als unterschiedlich schön empfunden, aber was soll’s, das Wetter war gut, die Sonne schien und im Anschluss gab’s ‘ne Bratwurst. Was will der Blechbläser mehr?




Neben all den anderen Sachen übe ich natürlich weiterhin Orgel. Im vergangenen Monat habe ich intensiv an der Fantasia in c-Moll von Johann Sebastian Bach gearbeitet, und am letzten Sonntag (08.05.) hatte ich die Möglichkeit, unter anderem auch dieses großartige, heftige, aber zum Teil auch sehr beruhigende Stück im Gottesdienst spielen zu können. Dies stellt für mich
einen neuen Höhepunkt in meinem Orgelschaffen dar, da es sich nicht mehr nur um eine kleine Choralbearbeitung handelt, sondern um ein großes, eigenständiges Werk. Nun beschäftige ich mit der dazugehörigen Fuge, um dieses „Gesamtwerk“ der Fantasia & Fuge spielen zu können.




Heute, am 11.05., gaben Jörg und ich ein kleines Konzert mit der Sängerin Friederike Meinel für die Kindertagesstätte unserer Gemeinde. Dabei stellten wir den Kindern die verschiedenen Tasteninstrumente in unserer Kirche vor. Den Flügel (auf welchem Albert Schweitzer sogar einmal gespielt hat), die kleine Truhenorgel, die große Orgel auf der Empore und natürlich - das Harmonium (mit Abstand das Wichtigste!! – gez. Jörg Walter).



Jörg und ich bei einer besonders komplizierten Stelle des vierhändigen Klavierstücks.



Vordergrund: Kinder und Erzieherinnen, Hintergrund: "der große Kantor", Friederike Meinel, "der kleine Kantor" (v.l.n.r.)




Morgen fliege ich nach Paris. Nein, das ist kein Satz, der irgendwie noch vom Ausprobieren der Schriftart hängen geblieben ist. Ein großer Teil der Frohnauer Kantorei ist über Pfingsten in Paris und wird dort zwei Konzerte mit dem französischen Chor geben, der im vergangenen November bei uns war. Dort schließen wir dann das Projekt „Ein Deutsches Reqiuem“ ab. Ich freue mich sehr auf die knappe Woche, die ich in der französischen Hauptstadt verbringen werde und berichte natürlich im nächsten Eintrag darüber.



Bis dahin, Christoph









27.04.2016:


Liebe Leser,


wieder einmal soll es einen Blog-Eintrag geben, der aus wenig Text und viel Bild besteht.


Am vorletzten Wochenende kam das Musical „Gerempel im Tempel“ in einem Familien-Gottesdienst zur Aufführung. Die zwei Wochen davor waren durch intensive Vorbereitungen auf dieses Ereignis geprägt.



Das Stück spielt in Jerusalem, im Vorhof vom großen Tempel.


Dort verkaufen Händler ihre Ware, damit man diese im Tempel als Opfergaben darbringen kann. Es gibt…




…einen Schmuckhändler, …




… einen Geflügelhändler und einen Geldwechselstand.




Man kann aber auch Stoffe und Vieles mehr erwerben.


Die Händler nutzen natürlich die Situation im Tempelvorhof aus und denken weniger daran, gute Dienstleistungen zu bringen, als dass sie so viel wie möglich Profit machen wollen.




Jesus beobachtet das Treiben eine Weile und setzt diesem dann empört ein Ende.





Natürlich wurde auch viel gesungen, schließlich handelte es sich um ein Musical.







Sabine übernahm die Regie, ich die Begleitung der Lieder am Flügel.


Ich war sehr froh, dass der Gottesdienst so gut besucht war, und es war mir eine Freude, diese Geschichte zusammen mit den Lerchen der Singschule erzählen zu können.


Noch eine kleine Meldung vom Sonntag eine Woche später, dem Sonntag "Cantate" (= Singet), folgte dann eine weitere wichtige Veranstaltung: Der Kantatenchor führte gemeinsam mit dem Frohnauer Kammerorchester die Kantate "Singet dem Herrn ein neues Lied" von Johann Sebastian Bach auf. Meine Tätigkeit beschränkte sich an diesem Sonntag lediglich auf das Mitsingen, was mir großen Spaß gemacht hat.

Als Nächstes steht, wie im letzten Beitrag bereits erwähnt, das Brahms-Reqiuem in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche an.


Der nächste Blogeintrag erscheint um den 11. Mai herum. Bis dahin,


Euer FSBlogler







05.04.2016:



Neuer Monat, neuer Blogeintrag. So scheint es mittlerweile ein bisschen, aber noch ist der FSBlog nicht als Monatsausgabe geplant, deswegen kommt der nächste Beitrag (hoffentlich) nicht erst im Mai. Durch die längere Pause gibt es aber wieder so Einiges zu berichten.



Vor 3 Wochen kam nach langer Vorbereitung das Brahms-Reqiuem in der Johanneskirche zur Aufführung. Sowohl Samstag als auch Sonntag war die Kirche voll besetzt, vor allem am ersten Abend, am Samstag. Diese erste Aufführung empfand ich besonders eindrucksvoll, da dies für mich das erste Mal war, das gesamte Werk hintereinander durch zu singen. Nun hat vielleicht doch der ein oder andere die Konzerte verpasst, aber das ist nicht schlimm: Am Samstag, den 30. April, 18 Uhr führen wir das Reqiuem noch einmal in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche auf, Karten gibt es im Gemeindebüro zu kaufen (oder bei mir auf Anfrage auch vorzubestellen).




Unser Dirigent für das Brahms-Requiem: Volker Hedtfeld.




Beim Einsingen vor dem ersten Konzert am Samstag.




Nach dem großen Trubel des Requiems wurde es erwartungsgemäß ruhiger, dennoch hört der Alltag nicht auf. Das bedeutet: Sondertermine! Zum Beispiel die Orgelführung für den Kindergarten. Schon an dem auf das Brahms-Requiem folgenden Mittwoch fielen über Jörg und mich nicht weniger als 20 Kinder des evangelischen Kindergartens aus Frohnau über uns her. Wir beide stellten den Kindern die Orgel vor und erklärten ihnen, wie dieses aus Kinderaugen unvorstellbar große Instrument funktioniert. Jedes Kind konnte – wenn es denn wollte – auch mal auf der Orgel spielen, während Jörg und ich die Register zogen, um zu veranschaulichen, was es alles für Klangfarben gibt. Als großer Abschluss gaben Jörg und ich ein kleines Konzert. Es war sehr schön zu sehen, wie begeistert die Teilnehmer unserer Führung waren. Besonders positiv wurde ich überrascht, als am darauffolgenden Sonntag nach dem Gottesdienst ein Junge der Kindergartengruppe mit seiner Mutter auf der Empore erschien, um mich zu fragen, ob es denn möglich sei, dass ich ihm auch mal das Innere der Orgel zeige. Sowas kann man einem Kind dann auf keinen Fall abschlagen!




In der Woche vor Ostern kam dann das nächste Projekt auf mich zu, welches schon seit Beginn des FSJs geplant war, aber nie in den Zeitplan gepasst hat: Die Singschule Frohnau hat einen Kostümfundus. Darin befinden sich unglaublich viele Kleidungsstücke, die für die Musical-Aufführungen der Singschule ausgeliehen werden und sich über die Jahre gesammelt haben. Allerdings war der Platz zum Aufbewahren der vielen Sachen, zu denen auch Accessoires und weitere Requisiten gehören, sehr gering. Dadurch war alles nur provisorisch verstaut und zum Aufräumen und Katalogisieren war nie Zeit. Nun, da es einen FSJler gibt, entstehen vollkommen neue Möglichkeiten.


Also machten Sabine und ich uns an die Arbeit. Alles, absolut alles aus dem Fundus wanderte auf die Bühne im Gemeindesaal. Zunächst renovierte ich einen kleinen Raum hinter der Bühne, den wir ab jetzt zur Verfügung gestellt bekommen haben. In diesen Raum brachte unser Hausmeister uns Kleiderstangen an, sodass wir nun auch einen begehbaren Kleiderschrank besitzen. Sabine und ich sortierten alles, fotografierten jedes Kleidungsstück, welches auch noch eine Nummer bekam. Damit ist auch klar, was wir besitzen, was wir verleihen und was wir davon wieder zurückbekommen. Nicht erst einmal ist es passiert, dass an Weihnachten noch Schäfchen-Kostüme mit den Worten „ist noch vom letzten Jahr“ zurückkamen. Das, so viel steht fest, läuft ab jetzt anders.



Zu diesem Zeitpunkt war schon über die Hälfte geschafft.


Kurz vor Schluss:







Während dann an Ostern hier in Frohnau immer viele Gottesdienste stattfinden, verreise ich über Ostern so gut wie immer mit Familie. Allerdings konnte ich mir den Gottesdienst am Karfreitag um 10 Uhr nicht entgehen lassen, denn die Choral-Kantate „O Haupt voll Blut und Wunden“ von Max Reger wurde im Rahmen des Gottesdienstes aufgeführt. Es ist ein extrem schönes, spätromantisches Werk, vor allem durch die Kombination Chor, Orgel mit Violine und Oboe als Solo-Stimmen.


Nach dem Gottesdienst trat ich die Reise zum großen Familientreffen an, welches alle 2 Jahre an Ostern stattfindet. Ich hatte im Vorfeld mit dem Kantor in der Gemeinde, wo wir am Ostersonntag den Gottesdienst besuchen wollten, verabredet, dass ich einige Stücke übernehme. Das Spielen auf der dort vorhandenen Orgel stellte sich als eine sehr interessante Erfahrung heraus, da Tasten schwergängiger, die Pedale weiter weg, die Manuale näher dran, die Orgelbank zu hoch und die Notenpult näher an mir dran waren, als ich das hier aus der Johanneskirche gewohnt bin. Obwohl ich zuvor meine Lieder viel geübt hatte und eigentlich sicher beherrschte, wurde der Gottesdienst doch noch einmal ziemlich aufregend – zum Glück hat alles gut geklappt.



Der nächste große Termin ist jetzt die Aufführung des Musicals "Gerempel im Tempel" von den Lerchen der Singschule Frohnau, für das wir auch am Chor-Wochenende schon geprobt haben. Der Termin ist Sonntag, d. 17. April 2016, um 10 Uhr unten im Gemeindesaal der Johanneskirche. Herzliche Einladung und vielleicht bis dahin,


Christoph










07.03.2016:


Liebe Leser,

in diesem Eintrag soll es lediglich um zwei Dinge gehen, nämlich

1. Mein Bildungsseminar
2. Das Brahms-Requiem

Los geht’s!



Mit ein bisschen Abstand kann ich jetzt auf mein Bildungsseminar zurückblicken. Immerhin bin ich bereits vor zwei Wochen dahin aufgebrochen.

Auf was ich mich wohl am meisten gefreut habe, ist, die anderen FSJler alle wiederzusehen. Das ist leider immer nur in diesem Rahmen wirklich möglich, denn in meinem Durchgang sind die Meisten in Brandenburg tätig. Die Einsatzstellen liegen überall verteilt: Cottbus, Schwedt, Potsdam, und viele weitere Orte, so lässt sich ein Gruppentreffen außerhalb dieses offiziellen Rahmens auch aufgrund der sehr unterschiedlichen Arbeitszeiten nur schwer organisieren. Und so hatte ich die Freude, mich mit all den bekannten Menschen zu unterhalten, Geschichten auszutauschen und zu lachen.

Neben der Freizeit, die wir miteinander verbrachten, gab es aber ebenso Arbeitseinheiten. Am Sonntag und Montag beschäftigten wir uns unter anderem mit den Fragen, wer wir sind, warum wir uns so entwickelt haben und wie wir uns unsere Zukunft vorstellen. Dies war für einen Großteil von uns sehr wichtig, da Viele noch nicht wissen, wie es nach dem FSJ weitergehen soll. Das Seminar hat dann denjenigen zumindest Anstöße gegeben.


Ein wichtiger Teil des Bildungsseminars war die Phase der Workshops, in denen wir von Dienstag bis Donnerstag arbeiteten. Angeboten wurden diesmal Schwarz-Weiß-Fotographie, Kreatives Schreiben, Betzavta (ein Workshop zu Demokratie und Miteinander) und Songwriting, welches ich gewählt habe. Wir arbeiteten zunächst heraus, was zu einem Song gehört und wie bekannte Songs aufgebaut sind. Nach diesen Prinzipien sollten wir so auch unsere eigenen Songs schreiben.

Durch eine Reihe unglücklicher Fügungen, auf welche in diesem Rahmen nicht näher eingegangen werden müssen, ergab sich als Oberthema „Saufen“. Dieser Beschluss wurde jedoch höchst unterschiedlich interpretiert, es entstanden sehr unterschiedliche Ideen. Auf der einen Seite gingen einige Texte tatsächlich in die Richtung von Partysongs, andere aber befassten sich satirisch oder gesellschaftskritisch mit dem Thema, wieder andere lösten sich komplett von dem Oberthema und schufen aus eigener Kreativität etwas ganz Neues. So hatten wir am Ende des ersten Tages acht verschiedene Texte, die alle weiterentwickelt werden wollten.

Damit beschäftigten wir uns am Mittwoch, dem zweiten Tag: Den Charakter des Stücks festlegen, Bandbesetzung überlegen, passende Melodien für den Text finden und diese dann harmonisieren. Für die acht Gruppen (alles Einer- oder Zweier-Gruppen) standen dafür zwei Gitarren, ein E-Piano und ein Mini-Keyboard mit ca. 35 Tasten zur Verfügung. Trotz dieser wenigen Hilfsmittel entschieden wir, alle acht Projekte fertig zu stellen und auch zu präsentieren. Demzufolge waren der Rest des Tages und Donnerstag von nicht unerheblichem Druck geprägt, denn alles musste zuerst fertig geschrieben, und dann auch noch eingeübt werden.

Unter großen Anstrengungen schafften wir es tatsächlich, alles bis zum Donnerstagabend zu beenden. Dadurch, dass der Rahmen der Abschlusspräsentation für die Aufführung aller Songs zu klein war, und auch der Workshop „Kreatives Schreiben“ so viel wie möglich vorstellen wollten, veranstalteten wir am Donnerstagabend eine Lesung mit Musikinterventionen zwischendurch. Dort führten wir die ersten vier Songs auf, die zweiten vier dann bei der Abschlusspräsentation.

Am Freitag hieß es dann Abschied voneinander nehmen. Es fiel uns allen wesentlich schwerer als beim letzten Mal; wir sind über die Zeit der Fahrt wieder ein Stück mehr zusammengewachsen. So blicken wir mit Freude auf das kommende, letzte Seminar im Juni, an dem dann alle drei Durchgänge dieses FSJ-Kultur-Jahrgangs (ca. 150 Personen) zusammen teilnehmen.


Nun zu meinem zweiten Anliegen. Den letzten Samstag verbrachte ich von 10 bis 16 Uhr anstatt des Jungen Blechs mit der Kantorei, denn kommendes Wochenende ist es schon so weit:


Am Samstag, d. 12. 03. und am Sonntag, den 13.03. um jeweils 18 Uhr kommt das deutsche Requiem von Brahms zur Aufführung – und zwar mit Chor, Klavier (vierhändig) und Harmonium. In der Erwartung, dass es wirklich sehr schön wird und weil das Requiem ein bedeutungsvolles Werk ist, möchte ich sehr herzlich einladen zu kommen, Karten kann man sowohl im Vorverkauf im Gemeindebüro oder bei der Buchhandlung Haberland als auch an der Abendkasse erwerben.


Ich hoffe wir sehen uns Samstag! Bis dahin,

Christoph







20.02.2016:



Liebe Leser,

es ist mal wieder Zeit für einen neuen Blogeintrag, denn am vergangenen Freitag ging es für die Lerchen der Singschule Frohnau nach Groß Väter See. Das Feriendorf im tiefen Brandenburg ist ein Reiseziel, welches regelmäßig von Ensembles und Gruppen unserer Kirchengemeinde genutzt wird – unter anderem der Frohnauer Kantorei, dem Jungen Blech und natürlich der
Singschule. Aber anstatt eines ewigen Wortschwalls, aus welchem man dann entnehmen kann, wann genau wir zu Abend gegessen und Zähne geputzt haben oder andere Nichtigkeiten, möchte ich lieber die Fotos vom Wochenende sprechen lassen.


Über das Wochenende dreht sich eine Menge um das geplante Musical „Gerempel im Tempel“. Gleich am Freitagabend geht es schon los: Die hier entstehenden Tauben werden mal ein Teil der Kulisse.



In diesem Bild: Katharina (vorne mitte) beim Verlassen unserer Raumzeit.



Gesungen wird natürlich auch. Gruppenfoto im Anschluss an eine Chorprobe.



Der Streichelzoo auf dem Gelände stellte sich als wichtiger Ort zum Zeitvertreib in der Pause heraus.





Während am Samstagvormittag die eine Gruppe weiter an den Kulissen, hier an den Säulen des Tempels arbeitet, …




…beschäftigen sich die restlichen Lerchen beim „Basteln mit Naturmaterialen“. Nach dem Sammeln werden diese verarbeitet…


… und so entstehen schöne Andenken, die mit nach Hause genommen werden können.




Nicht nur den Lerchen, sondern auch mir hat dieses Wochenende große Freude bereitet. Was sich durch Fotos nicht darstellen lässt, ist auch der riesige Fortschritt, den wir im Hinblick auf das Musical gemacht haben. Kleiner Vorausblick (Teil 1): Das Musical wird im April zur Aufführung kommen.


Samstag, eine Woche später. Es ist der 20.02.2016, und es ist ein wichtiger Tag für die Jungbläser der Gruppe 3, die mittlerweile seit fast 5 Monaten läuft. Heute werden "richtige" Instrumente aus Blech verteilt. Auch diese Stunde wurde durch Fotos festgehalten.


Sowohl kleine...


... als auch große Instrumente werden verteilt.





Die neuen Instrumente werden selbstverständlich sofort ausprobiert.



Obligatorisches Gruppenbild.



Zum Abschluss, ohne viele Worte, ein kleiner Vorausblick (Teil 2): Morgen geht es für mich wieder für eine Woche nach Werftpfuhl (noch nie von gehört? Liegt ja auch in Brandenburg...). Dort erwarten mich und viele andere Freiwillige das zweite Bildungsseminar. Im nächsten Beitrag dann mehr dazu. Bis dahin,

Christoph








26.01.16:


Liebe Leser,

bis wann darf man eigentlich frohes neues Jahr wünschen? Eine (meines Erachtens) gute Antwort, die ich darauf erhalten habe, war: Wenn man jemanden besonders mag und man sich dieses Jahr noch nicht gesehen hat, dann auf jeden Fall im gesamten Januar. Von daher: Frohes neues Jahr!

Ich habe jetzt schon seit Weihnachten nichts mehr geschrieben und glaube auch, dass als Rückblick Folgendes ausreicht: Mein Heiligabend war anstrengend, aber dennoch - nicht zuletzt musikalisch - sehr schön und ich habe wichtige Erfahrungen gesammelt.

Nach Weihnachten und Silvester ist es auch in der Kirche etwas ruhiger. In diesem „Loch“, also in einer Zeit, in der ich nicht von groß(artig)en Auftritten oder Ereignissen berichten kann, bleibt mir die Möglichkeit etwas aufzuschreiben, was schon längst hätte hier stehen sollen. Bis jetzt ging es immer nur um Events, besondere Sachen – aber niemals über meinen Alltag. Also schreibe ich eine Woche lang auf, was ich jeden einzelnen Tag mache.



18.01.16: Los geht’s heute, am Montag. Tja, mein Wochenstart ist zugegebenermaßen wirklich um Einiges angenehmer, als der der meisten Menschen. Montag ist nämlich mein freier Tag. Montag ist praktisch mein Sonntag. Manchmal gehe ich montags auch in die Kirche, dann aber nur zum Orgel üben. Heute, an diesem Montag, mache ich aber wirklich komplett frei.



19.01.16: Dienstag, 9:30 Uhr. Es ist doch erstaunlich, wie schnell man sich daran gewöhnt, nicht mehr um 8 Uhr morgens in der Schule zu sein. 9:30 Uhr ist schon recht früh am Morgen. Aber der Tag wird lang, und wenn ich ihn noch später beginne, dann wird er noch länger.

Deswegen beginne ich schon zu dieser Zeit mit dem Orgelunterricht bei Jörg. Gerade eine halbe Stunde haben wir Zeit, uns mit der großen d-Moll Toccata von J.S. Bach zu beschäftigen, bevor in dem Raum unter uns um 10 Uhr der Bibelkreis beginnt. Damit wir dort nicht stören, suchen wir uns dann eine andere Beschäftigung. Heute zum Beispiel hatten wir eine kleine Besprechung und haben uns um das Harmonium, welches in der Kirche steht, gekümmert.

Danach bin ich von 11:45 Uhr bis 12:30 Uhr im Büro und kümmere mich um meinen Papierkram und organisatorische Sachen. Von 12:30 Uhr bis 13:15 Uhr bin ich nochmal mit Jörg an der Orgel, da geht es dann (im Gegensatz zum liturgischen Orgelspiel morgens) um das Improvisieren an der Orgel, sowie das Harmonisieren von Liedern aus dem Gesangbuch, die man dann auch im Gottesdienst spielt bzw. singt. Während Jörg dann weg muss, bin ich dann meist noch eine längere Zeit und übe weiter.

Oft gehe ich im Anschluss daran nach Hause, es sei denn, es warten noch dringende Aufgaben. Heute musste ich (zu den etwa zehn, die wir schon besitzen) noch vier weitere Schlauchtrompeten basteln. Diese erhalten unsere Jungbläser, die im November angefangen haben, um auf ihnen zu spielen, bevor sie dann in einem guten Monat richtige Instrumente aus Blech erhalten. Jetzt aber erstmal nach Hause.

Dort wird die Zeit zum Klavier üben für die Singschule, die ja morgen schon wieder ist, bzw. für das Euphonium, oder auch für meinen Blog verwendet. Wenn nach diesen Sachen noch Zeit bis 19:30 Uhr ist, dann mache ich bis dahin Pause.

19:30 Uhr geht es dann im Gemeindesaal mit den Vorbereitungen für die Kantorei-Probe los. Etwa 120 Stühle müssen dann gestellt werden. Ab 20 Uhr nehme ich dann an der Probe teil, diese geht bis etwa 22:15 Uhr, zum Glück mit einer kleinen Pause zwischendrin. Heute war die Probe etwas anders als sonst: Die einzelnen Stimmengruppen Sopran, Alt, Tenor und Bass haben sich für gute 45 Minuten getrennt, um intensiver an bestimmten Passagen arbeiten zu können. Ich habe zumindest für eine knappe halbe Stunde mit den Altistinnen geprobt, was für mich eine vollkommen neue Erfahrung war. Es war sehr aufregend, als alleiniger Leiter vor etwa 50 Menschen zu stehen, die aber eben auch eine gewisse Erwartungshaltung haben: Dass ich ihnen zeige, wie diese eine schwierige Stelle geht, dass ich sie zu dem Punkt hinführe, an dem etwas Neues vollständig erarbeitet wurde. Neben diesem Druck ist es natürlich auch schön zu sehen (und zu hören), wie bestimmte Anweisungen befolgt und umgesetzt werden (selbstverständlich nur musikalisch). Mit diesem tollen Erlebnis endete mein Dienstag.



20.01.16: Gerade in dieser Woche, in der ich einen typischen Wochenablauf öffentlich machen will, kommt natürlich etwas dazwischen. Normalerweise habe ich mittwochvormittags frei – nun, das war heute nicht anders. Allerdings beginnt 15:30 Uhr die Singschule, also bin ich eine halbe Stunde vorher schon in der Kirche. Dann kommen also zunächst die Spatzen (die jüngsten Singschüler bis etwa 9 Jahre); dort passe ich mit auf die Kinder auf, und begleite hier und da mal auf dem Klavier. Danach kommen die Lerchen (Mädchen von 9-12 Jahren) und die Turmfalken (Jungen ab 9 Jahren bis zum Stimmenbruch). Mit fortschreitendem Alter bin ich weniger zum Aufpassen da, hier spiele ich öfter Klavier oder singe mit. Als Letztes sind dann die Nightingales, unser Jugendchor dran, da kann ich mich dann ganz dem Singen widmen.

Aber wie schon angedeutet: So hat es heute nicht stattgefunden. Sabine liegt mit einer Lebensmittelvergiftung im Bett (oder eigentlich eher wegen einer Lebensmittelvergiftung) und alle Gruppen müssen ausfallen. Das ist der Moment, wo der FSJler ins Spiel kommt. Aushänge machen, Kinder, die zur Singschule wollen abfangen und nach Hause schicken, zur Not Betreuung spielen, bis die Eltern wieder da sind.

Was aber am Mittwochabend unabhängig von Sabine stattfindet, ist der Bläserchor unter der Leitung von Volker Hühne. Abgesehen von dem wenig Organisieren, welches anfällt, spiele ich hier nur auf meinem Euphonium mit und überlasse (bis auf ganz seltene Fälle) die chorleiterischen Tätigkeiten Volker.



21.01.16: Donnerstag ist in gewisser Weise mein Büro-Tag. Ab um 10 Uhr bin ich mit Petra Mertens, einer unserer zwei Küsterinnen, verabredet. Wir wollen die neuen Flyer der Frohnauer Kirchenmusik 2016 abzählen und zu den Gemeindeblättern legen, damit diese dann gemeinsam verteilt werden können. Damit ist man dann selbst zu zweit etwas mehr als zwei Stunden beschäftigt. Sabine, mit der ich donnerstags meine allwöchentliche Besprechung habe, ist noch nicht wieder komplett fit, und so findet die knapp einstündige Besprechung am Telefon statt. Es geht um die Singschule, und um etwas anderes Wichtiges: Den Bläser-Workshop-Tag am Samstag. Dazu aber später mehr. Ohne weitere Pflicht-Veranstaltungen am Donnerstag wird der Rest wie immer mit Klavier, Orgel und Euphonium aufgefüllt.



22.01. Freitag. Der einzige richtig feste Termin an diesem Tag ist normalerweise der Kantatenchor um 17:30 Uhr. Ich singe mit, begleite ab und zu an Klavier oder Orgel (wie an Weihnachten) oder dirigiere. Wie üblich bin ich eine halbe Stunde eher da und stelle Stühle hin. Das macht nicht direkt Spaß, aber irgendjemand muss es ja machen – und das Leben ist auch kein Ponyhof. Zu meiner großen Freude standen aber heute 17 Uhr alle Stühle bereits da, großartig.

Ansonsten erledige ich am Freitag alles, was diese Woche an Papierkram übriggeblieben ist oder auch an Blog nicht weitergeschrieben wurde. Außerdem dient der Freitag auch der Vorbereitung auf die kommende Woche. Das mache ich dann zu Hause oder im Gemeindebüro, alleine oder auch mit anderen zusammen. Neben den Zeiten, die ich dafür alleine benötige, traf ich mich heute um 12 Uhr mit Jörg, um die Aufnahme der Kantorei-Stimmenprobe von Dienstag anzuhören. Es ging um das Auswerten meines Vorgehens oder bestimmte Passagen aus dem Deutschen Requiem von Brahms (Aufführungen sind am 12.03. und 13.03., 18 Uhr, in der Johanneskirche – man kann nie früh genug Werbung machen!) zu sprechen.



23.01. Der Samstag ist ein reiner Blechbläsertag. Zuerst Gruppe 2 des Jungen Blechs von 9 bis 10 Uhr, dann Gruppe 1, gefolgt von den Jungbläsern (die, die jetzt die Schlauchtrompeten bekommen). Aber eine „normale“ Woche gibt es bei mir nicht. „Normal“ ist, wenn immer irgendetwas anders ist. Keine Woche ist gleich.

So fand heute ein Blechbläser-Workshop in Heiligensee statt. Die Teilnehmer kamen aus vielen verschiedenen Gemeinden unseres Kirchenkreises, unter anderem aus Wittenau, Waidmannslust, Tegel, Heiligensee, und Einigen mehr. Wir Leiter der jeweiligen Chöre trafen uns um 9 Uhr – und nach einiger Vorbereitung ging es um 10 Uhr los. Unser Gastdozent für den Weiterbildungstag war der Posaunist, Komponist, Dirigent und Blechbläser-Pädagoge Matthias Jann. Bei angenehmen 15°C verbrachten wir mehrere Stunden mit Atemübungen, musikalischer Theorie und natürlich auch praktischem Spielen. Warm gehalten haben uns dabei nur Tee und Suppe zum Mittagessen, sowie warme Klänge aus unseren Instrumenten. Nach lehrreichen 6 Stunden schloss der Tag mit einer kleinen Andacht.



24.01. Heute, Sonntag, ist praktisch mein erster Tag des Wochenendes. Solange ich nicht im Gottesdienst Orgel spiele habe ich keine besonderen Pflichten – es sei denn, es gibt Sondertermine. Wie heute. Ich wurde von unseren beiden Pfarrern eingeladen, zusammen mit ihnen den Teamern der Gemeinde nach dem Gottesdienst Mittag zu essen. Das Ganze war mit einer Runde gemeinschaftlichem Singen verbunden und was soll ich sagen: Das Essen war lecker und das Singen… naja, liebe Teamer, das üben wir bei anderer Gelegenheit nochmal. Habe aber kostenloses Essen bekommen = war es wert. Danach noch die Woche mit einem kleinen 3-stündigen Übemarathon an der Orgel beenden. Letzte Aufgabe: Auf den freien Montag freuen.



Puh, das war vielleicht ein Akt. Aber jetzt sind wir durch. Dieser Blogeintrag ist furchtbar lang, und doch möchte ich noch etwas Kleines zum Abschluss hinzufügen: Dem aufmerksamen Leser ist aufgefallen, dass die Einträge nach Dienstag etwas kürzer und nicht so detailliert sind. Nun ja, Dienstag ist mein längster Tag. Außerdem ist mir aufgefallen, dass wenn ich mit gleicher Ausführlichkeit weiterschreibe, absolut niemand diesen gesamten Text lesen wird. Im Grunde genommen muss ich eigentlich jedem gratulieren und danken, der es bis hier hin mitgemacht hat. Aber wenigstens wisst ihr jetzt Bescheid.

Bis zum nächsten Mal.

Christoph





23.12.2015


„O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit!“

Das singen wir praktisch jedes Mal am Ende eines Gottesdienstes an Heiligabend. Für Viele (unter anderem auch für Kirchenmusiker) ist diese so hoch angepriesene (Advents- und) Weihnachtszeit vor allem eins: Nämlich anstrengend! So eben auch für mich, seit etwa zwei Wochen mache ich praktisch nichts Anderes mehr, außer mich auf die Gottesdienste am 24. Dezember vorzubereiten.

Ich möchte Euch alle nicht daran teilhaben lassen, indem ich mich jetzt lange und breit über diese Vorbereitungen auslasse – das wäre für alle Beteiligten langweilig. Stattdessen möchte ich morgen Weihnachten zu uns in die Johanneskirche einladen.


13:30 Uhr: Christvesper mit den Nightingales (Jugendchor)

15:30 Uhr (!): Christvesper mit dem Kantatenchor, ich spiele fast den gesamten Gottesdienst Orgel, mit Nicolai Wagner als Solo-Trompete

17:00 Uhr: Christvesper mit dem Bläserchor und dem Jungen Blech Frohnau

23:00 Uhr: Christmette mit der Frohnauer Kantorei und dem Kammerorchester


Ich bin in allen diesen vier Gottesdiensten tätig. 13:30 Uhr und 23:00 Uhr singe ich mit, 15:30 Uhr spiele ich wie gesagt Orgel, und 17:00 Uhr spiele ich auf meinem Euphonium mit. Sucht Euch einen (oder gerne auch mehrere!) dieser Gottesdienste heraus und kommt – ich würde mich wirklich sehr darüber freuen!

Ich wünsche allen gesegnete Weihnachten!

Christoph




11.12.2015


Liebe Leser,

5 Tage ist es mittlerweile schon wieder her, da hieß es: Neues Adventswochenende, neuer Markt in Frohnau (diesmal der Kunstmarkt), und damit natürlich auch neue Auftritte für das Junge Blech Frohnau. Nicht einmal 10 Stunden war der Samstag alt (d.h. etwa 90% der Bevölkerung schliefen da noch), als sich die Gruppe 2 bei klirrender Kälte auf den Stufen hoch zur Kirche aufbaute und dann eine gute Viertelstunde ein paar schöne Advents- und Weihnachtslieder zum Besten gab. Fotos habe ich von diesem Auftritt nicht – liegt vermutlich daran, dass die ganzen Bilder wegen der noch herrschenden Dunkelheit nichts geworden sind.

Später allerdings, um 11:30 Uhr, war dann die Gruppe 1 an der Reihe. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich die Lichtsituation bereits derartig gebessert, dass es tatsächlich auch Fotos gibt.




Nur wärmer ist es natürlich überhaupt nicht geworden. Höchstens in unseren Herzen dank der schönen Musik. Ich bin überzeugt, unseren Zuhörern ging es ähnlich.

Am Sonntag gab es auch ein bedeutsames Ereignis für mich. Nach 3 Monaten Orgelunterricht übernahm ich das erste Mal die Begleitung eines Liedes im Gottesdienst; nämlich „Ihr lieben Christen freut euch nun“. Zudem spielte ich noch die Musik zum Ausgang. Viel interessanter war jedoch das Musizieren zusammen mit der Gemeinde, was mir sehr viel Freude gemacht hat. Sobald es meine Zeit zulässt, werde ich (abgesehen von Weihnachten) wieder in einem Gottesdienst spielen.


Das Harmonium unserer Gemeinde wird abgeholt.


Eine weitere erfreuliche Nachricht ist, dass das Harmonium, welches im Sommer zur Reparatur abgeholt wurde, gestern wohlbehalten in unserer Gemeinde ankam. Es steht nun in der Kirche rechts vom Altar. Ich hatte bereits die Freude darauf spielen zu dürfen. Es klingt wie eine kleine Orgel und man kann auch verschiedene Register ziehen, allerdings muss man den Winddruck (den bei einer richtigen Orgel ein Motor und eine sogenannte Windlade erzeugt) sich selber mit den Füßen „ertreten“. Das macht das Spielen darauf etwas schwieriger – aber es funktioniert komplett mechanisch und ohne Strom!



Das Harmonium musste sofort ausprobiert werden!


Zeit für einen kleinen Blick in die Zukunft: Am Freitag, also morgen, werden die Turmfalken und die Spatzen der Singschule im Haus Friedenshöhe in Frohnau das Weihnachtsmusical „Schäfchen-Weihnachten“ aufführen. Ich werde auch dabei sein und am Klavier die Lieder begleiten.



Spatzen (oben) und Turmfalken (unten) in den Kostümen für das Musical.



Diesen Sonntag bin ich wieder unter den Mitwirkenden. Ich möchte alle Leser sehr herzlich einladen, am 13.12. (das ist der 3. Advent) zu Gottes Wort zu kommen. Die Nightingales – der Jugendchor unserer Gemeinde - wird singen und so den Gottesdienst mitgestalten; es wird sicher sehr schön und allein deswegen schon lohnenswert zu kommen.

Bis dahin,

Christoph




02.12.2015


Liebe Leser,

die Adventszeit ist vermutlich nicht nur in der Kirchenmusik eine der aufregendsten Zeiten im Kirchenjahr. Am vergangenen Sonntag starteten wir alle in diesen ersten Abschnitt des neuen Kirchenjahres.

Zuvor, schon am Samstag, spielte die Gruppe 1 des Jungen Blechs wie jedes Jahr auf dem Adventsmarkt in Schildow. Trotz Regen kam schöne, vorweihnachtliche Stimmung. Zumindest habe ich mir das sagen lassen, denn ich war leider bis Sonntagmorgen verreist. Aber es sieht aus, als hätte es Spaß gemacht, oder? Die Einladung für das nächste Jahr haben wir auch schon bekommen.


Junges Blech Gruppe 1 in Schildow.


Aufgrund meiner Reise verpasste ich ebenso den Gottesdienst am Sonntagmorgen, in welchem der Kantatenchor mit Solisten unter Leitung und Orgelspiel von Jörg Walter und Claudia Bartkowski fast die gesamte Spatzenmesse (mit Ausnahme des sehr langen Credo-Teils) ein weiteres Mal zur Aufführung brachte.


Kaum zu Hause angekommen, setzte ich mich an mein Klavier und fing an, für den Auftritt der Singschule zur Eröffnung des Frohnauer Adventsmarktes zu üben. Einige wenige Stücke hatte ich bis dahin noch nicht gespielt, und ich wollte gut vorbereitet sein. Sobald sich alle Lieder auf einem präsentierfähigen Stand befanden, machte ich mich auf den Weg zur Kirche, um dort auf dem Kirchenvorplatz zusammen mit Sabine Schmidt das E-Piano und die Mikrofone zum Abnehmen des Gesangs aufzubauen.

Nach einem erfolgreichen, wirklich sehr schönen Durchlauf in der Kirche stellten wir uns alle draußen auf. Leider machte mir beim Auftritt selbst dann der starke Wind einen Strich durch die Rechnung. Im Nachhinein wäre es sehr schlau gewesen, die Noten einzuheften… Natürlich flogen die Noten nicht einfach weg (auswendig spielen wäre im Rahmen des Möglichen gewesen), sondern fielen auf die Klaviatur drauf. Eine dicke Schicht Papier über der Klaviatur, das beeinträchtigt schon ein bisschen. Naja, man lernt immer was dazu. Auf der anderen Seite war ich, so wurde mir berichtet, im Publikum sowieso nur sehr selten zu hören, weil das E-Piano einfach zu leise war. Auf dem entstandenen Bild von der Aktion bin ich auch nicht drauf, also war ich praktisch gesehen gar nicht da. Aber der Wille zählt, oder…? Richtig…? Hallo?


Nicht auf dem Bild: Der FSJler.


Bei der Adventsmarkt-Musik des Jungen Blechs Gruppe 2 konnte ich dann leider nicht dabei sein. Zu wenig Zeit war vorhanden, um dies und den nächsten Programmpunkt auch noch zu machen. Gerade so schaffte ich es, im Regen (ja, der Tag wurde immer besser, aber immerhin musste ich nicht draußen spielen) nach Hause zu fahren, neue Noten und mein Euphonium (praktisch eine kleine Tuba) zu schnappen und zurück zum Gemeindesaal zu fahren.


Gruppe 2 des Jungen Blechs am Rand des Adventsmarktes.


Dort fand parallel zum Markt das Adventskaffee statt und ich war für eine gute halbe Stunde zum Klavierspielen eingeteilt, um im Saal schöne Stimmung zu machen. Es ist erstaunlich, wie wenig Zeit man mit Lieder spielen verbringen kann, wenn man nicht bei jedem Lied alle 25 Strophen spielt. Nach nur 20 Minuten war ich einmal komplett mit meinem Repertoire durch, also fing ich nochmal von vorne an. Netterweise wurde mir, wie den anderen Pianisten auch, die vor und nach mir spielten, ein Stück Kuchen ausgegeben, welches ich dann auf dem Weg hoch in die Kirche aß. Dort waren bereits alle versammelt, für das

Adventssingen. Die Kirche war bereits voll besetzt: die Bankreihen mit vielen, eifrigen Sängern unserer Gemeinde gefüllt, davor der Bläserchor, im Altarraum die Kantorei. Schnell das oben erwähnte Instrument ausgepackt, und dann schnell auf den freigehaltenen Platz im Bläserchor. Gerade mal ein Lied wurde nochmal geprobt, welches ich zum Einspielen nutzen konnte, dann ging es schon los. Es wurde eine sehr schöne Stunde voller warmer Klänge und Freude, in welcher die Kantorei auch einen kleinen Teil aus dem Messias von Händel zum Besten gab. Jörg begleitete auf unserer Truhenorgel im Wechsel mit dem Bläserchor die Lieder. Besonders schön anzuhören waren die paar Strophen, in denen die Kinder in der Kirche aufgefordert wurden, allein zu singen.

Um 17.30 Uhr traf sich die Gruppe 1 des Jungen Blechs, um festlich den Abschluss des Adventsmarktes zu begleiten. Dank einer vollkommen neuen Aufstellungsvariante (nämlich einfach hohe und tiefe Stimmen getrennt gegenüber – im Gegensatz zu: alle nebeneinander) konnten wir uns untereinander besser hören und Sabine besser sehen. Dadurch wurde dieser Auftritt auch für mich ein würdiger Abschluss des Tages.


Momente aus dem Leben eines FSJlers:

Sabine zu mir und Jörg, welcher kurz vor dem Adventssingen noch hoch konzentriert auf der Truhenorgel übt: „Im Dezember, da ist mir irgendwie immer total langweilig. Es ist absolut nichts zu tun und ich sitze den ganzen Tag nur rum. Da freut man sich, wenn endlich mal ein Termin ansteht.“






18.11.2015


Liebe Leser,

dieser Blogbeitrag zu dem vergangenen Wochenende ist für mich nicht leicht zu verfassen. Normalerweise wäre dieser Blog hier nicht der Ort, wo die Terroranschläge in Paris vom 13. November erwähnt werden. Allerdings gibt es einen Umstand, der mich dazu veranlasst, sie hier zu thematisieren. Meine Arbeit dieses Wochenende war stark mit dieser Tragödie verknüpft.

Am Freitagmorgen machte ich mich auf den Weg zum Flughafen Tegel. Dort traf ich mich mit Stefan Walz, einem sehr engagierten Mitglied unserer Frohnauer Kantorei. Nicht jedoch, um zu verreisen, sondern wir beide waren zum Abholen da. Leicht verspätet landete kurz vor 11 Uhr ein Flugzeug aus Paris. Darin: knapp 50 Mitglieder unseres französischen Gastchores „Le Choeur d’Antony“ aus Antony bei Paris. Lange war dieses Wochenende mit dem Konzert am Samstagabend geplant, nun war es soweit. Nachdem Stefan und ich alle Chorsänger eingefangen hatten, begaben wir uns zu unserem gecharterten Reisebus, der uns zurück nach Frohnau bringen sollte. Dort angekommen, gab es zunächst einmal Mittagessen im Gemeindesaal, im Anschluss begann für unsere Gäste eine Stadtrundfahrt.

Um 20 Uhr starteten wir gemeinsam unsere erste von zwei gemeinsamen Proben. 130 Sänger waren somit im Altarraum auf den Podesten und davor versammelt. Aufgrund der Größe unseres nun vereinten Gesamtchores war es nicht möglich, wie eigentlich bei der Cäcilienmesse vorgesehen, mit einem Orchester zu spielen, Jörg Walter übernahm das Begleiten an der Orgel von der Empore aus. Da doch eine gewisse Distanz zwischen dem Altarraum und der Empore in unserer Kirche besteht, gestaltete es sich sehr schwierig, gemeinsam zu musizieren. Sowohl von der Intonation, als auch von der zeitlichen Übereinstimmung her gab es Probleme, denn wir Chorsänger hört die Orgel kaum. Auch der Umstand, dass Jörg über eine zuvor angefertigte Spiegelkonstruktion den Dirigenten und Chorleiter unseres Gastchores, Dominique Simonnet, nur sehr schwer sehen konnte, machte es für alle Beteiligten nicht einfacher.

Während wir uns mit diesen Sachen beschäftigten, begannen um etwa 21:20 Uhr die grauenvollen Anschläge in Paris. Niemandem von uns war klar, was sich zu diesem Zeitpunkt in unserem Nachbarland abspielte. Kurz nach 22 Uhr beendeten wir die Probe im Wissen, dass wir die Generalprobe am Folgetag doch brauchen würden, um ein schönes Konzert geben zu können. So trennten wir uns an diesem Abend, die Franzosen gingen zu ihren Gastfamilien mit nach Hause.

Als wir alle spät abends zu Hause ankamen und Nachrichten hörten, änderte sich für uns alle schlagartig die Situation. Vergessen waren unsere musikalischen Sorgen, sie wichen einer Fassungslosigkeit über ein solch abscheuliches Verbrechen. Ich, der ich nur als „Reserve“ für ein Gastquartier eingeteilt war, fragte mich, wie es jetzt bei den anderen aussah. Wie sich diese fühlten, die jetzt fernab von Familie und Freunden in Deutschland waren und tatenlos zusehen mussten, wie in der Heimat die Sicherheit und das Leben derer bedroht wurden, die sich in Paris befanden.

Der Samstagmorgen war sehr schwer. Neben Bestürzung, Trauer und Angst um Freunde, die ich in Paris habe, mischte sich noch ein Gefühl der Ungewissheit ein, wie sich der Tag entwickeln würde, ob eventuell sogar das Konzert abgesagt werden würde. Im Laufe des Vormittages erhielten wir die Nachricht von dem Chorleiter des Choeur d’Antony, dass auf ihren ausdrücklichen Wunsch hin das Konzert stattfinden solle. Somit ging der Sinn der Veranstaltung weit über das eigentliche Ziel hinaus. Neben dem Stärken der deutsch-französischen Freundschaft und speziell der zwischen Reinickendorf und Antony wurde unser Auftritt im Wesentlichen zu einem Gedenkkonzert.

Wir begannen dieses nach einer sehr kurzen Begrüßung unter Glockenläuten mit dem Vater unser – auf Deutsch und auf Französisch – und ließen danach in einem Moment des Schweigens die Glocken ausklingen. Das Konzert wurde ein denkwürdiges Ereignis. Nicht so sehr musikalisch, es war uns nicht vollständig gelungen, die zuvor angesprochenen Probleme zu lösen. Sehr wohl aber auf menschlicher Ebene, welche an diesem Abend deutlich im Vordergrund stand. Ich kann versichern, es singt sich anders, mit dem Wissen, dass in Paris auch ein Konzert Ziel des Terrors wurde. Menschen zum Ziel wurden, die so wie wir auch versammelt waren und Musik gemacht oder gehört haben. Einzelnen Passagen der Messe werden plötzlich eine größere Bedeutung zuteil, vor allem „Dona nobis pacem“ also „Gib uns (deinen) Frieden“ im „Agnus Dei“, dem letzten Satz der Messe. Der gemeinsame Auftritt brachte und stärkte Vertrauen, förderte Gemeinschaft und erzeugte ein Gefühl von Verbundenheit. Nach dem Konzert fanden wir uns alle im Gemeindesaal ein, zum Essen, zum Reden, zum gemeinsamen Verbringen des Abends. Viele Franzosen sagten, wie tröstlich es war, an diesem Abend gemeinsam zu Singen.




Am Sonntag im Gottesdienst sangen wir große Teile der Messe noch ein weiteres Mal. Aufgrund etwas kleinerer Besetzung sangen wir diesmal von der Empore aus. Durch die geringere Distanz und daraus folgend durch die bessere Kommunikation steigerte sich die Qualität unserer Musik noch einmal. So kamen auch jene auf ihre Kosten, die mit dem musikalischen Ergebnis des letztes Abends noch nicht zu 100% zufrieden waren.

Damit näherte sich das Ende des Besuchs aus Frankreich. Ein letztes Mal versammelten wir uns im Gemeindesaal, für die Verabschiedung und abschließende Worte von den beiden Chorleitern, Jörg Walter und Dominique Simonnet. Ich möchte Jörg Walters Worte benutzen: Diese Begegnung war ein zwar überschatteter, aber dennoch kaum intensiver und mitmenschlicher zu denkender Auftakt für eine deutschfranzösische Chorpartnerschaft.

Im Mai 2016 geht es dann für uns, die Frohnauer Kantorei, zum Gegenbesuch nach Antony.





11.11.2015


Liebe Leser!

Heute möchte ich in einer anderen Weise über meine Tätigkeit und Neuigkeiten der letzten Woche berichten, heute gibt es einen Kurznachrichten-FSBlog. Beginnen wir mit:

Mittwoch, 04.11.: Genau vor einer Woche startete die erste der beiden neuen Gruppen des Jungen Blechs. Diese Gruppe ist für Teenager und Erwachsene. Heute Abend wird die zweite Probe der Jungbläser stattfinden und sie dem Ziel des Bläserchors näherbringen.

Währenddessen befand ich mich letzte Woche auf dem Weg zum Berliner Dom. Dort erhielten Jörg Walter sowie seine Orgelschüler (also auch meine Wenigkeit) die Möglichkeit, zum einen dem Orgelspiel vom Domorganisten und früherem Frohnauer Kantor Andreas Sieling zu lauschen und etwas über die Geschichte und Eigenschaften der romantischen Sauer-Orgel zu hören und zum anderen selber auf dieser zu spielen. Für uns alle war es sehr schön, diese Erfahrung machen zu können.



Samstag, 07.11.: Am Samstag begann dann auch die zweite neue Gruppe des Jungen Blechs mit Kindern zwischen 4-10 Jahren und einem Papa. Im Gegensatz zu der ersten der beiden Gruppen, wird diese Samstagsgruppe von Sabine und mir gemeinsam geleitet. Es waren für mich aufregende 60 Minuten, ich befand mich in einer neuen Position, quasi als Jungbläser-Gruppenleiter, daran werde ich mich wohl noch gewöhnen müssen. Ich bin sehr gespannt, wie sich die Gruppe weiterentwickelt.



Sonntag, 08.11.: In kleinem Kreise feierten einige Konfirmanden und Teamer zusammen mit unseren beiden Pfarrern eine Taizé-Andacht, der ich auch beiwohnte. Ich saß am Klavier, begleitete die Lieder die gesungen wurden und genoss die Zeit der Ruhe und Beruhigung sehr.

Montag, 09.11.: Am Tage der Reichspogromnacht fand wieder das Gedenken am Stein statt, anschließend hielt Dr. Erich Fellmann einen sehr interessanten Vortrag über die Geschichte des Jüdischen Krankenhauses in Berlin. Die Nightingales (also auch meine Wenigkeit) umrandeten das Geschehen musikalisch mit verschiedenen jüdischen Kanons und Liedern.

Mittwoch, 11.11.: Heute Abend gibt es wieder das Martinsspiel sowie das große Martinsfeuer auf dem Kirchenvorplatz. Beide Gruppen des Jungen Blechs (also auch meine Wenigkeit – ich wiederhole mich bisweilen) werden Martinslieder spielen. Kinder sowie Erwachsene sind sehr herzlich eingeladen zu kommen.

Bis dann,

Christoph







Liebe Leser,

im vorherigen Beitrag stand zwar, dass das Update zur Rom-Reise schon in der darauffolgenden Woche kommt, aber der FSJler braucht halt auch mal eine Pause. Das habe ich in der letzten Woche erledigt und bin nun nach den Herbstferien wieder zurück im Dienst. Doch jetzt zum eigentlichen Thema: der Fahrt nach Rom.

Mein Flug ging um 9:20 Uhr in Schönefeld, was für mich bedeutete, dass ich um 7 Uhr (morgens!) den S-Bahn Richtung Flughafen nehmen musste. An der Stelle verweise ich auf meinen zweiten Beitrag, in dem ich ja bereits kurz auf die Arbeitszeiten zu sprechen gekommen bin. Ich war erleichtert, im Flugzeug ein paar bekannte Gesichter aus dem Chor zu sehen, so musste ich nach der Ankunft in Rom zur Mittagszeit den Weg zum Hotel nicht ganz alleine suchen. Nach dem Check-in in unserer Herberge, welche direkt neben dem Hauptbahnhof lag, zog ich los, um Rom zu erkunden. Da ich davor noch nie in Rom war, wollte ich so viel wie möglich sehen; es galt keine Zeit zu verlieren.

Damit ist eine ganze Menge schon erzählt, denn so habe ich den Großteil meiner Zeit in Rom verbracht (abgesehen von in Schlangen vor dem Vatikan oder dem Kolosseum warten…). Allerdings war da noch unser Austauschprojekt, für welches wir alle ja eigentlich nach Italien gereist sind. Am Samstagabend trafen wir uns in der Christuskirche, wo Jörg mit dem Orchester und den Solisten bereits die einzelnen Teile der Spatzen-Messe zusammensetzte. Als echte Herausforderung stellte sich heraus, sowohl die deutschen als auch die römischen Chorsänger zusammen auf die recht kleine Empore zu bekommen. Es wurde eine sehr kuschelige Probe, die jedoch schon Vorfreude auf den Gottesdienst am darauffolgenden Tag aufkommen ließ (Zitat Jörg: „Ich bin sehr zuversichtlich!“). Alle waren froh im Anschluss im doch etwas geräumigeren Gemeindesaal miteinander essen, trinken und plaudern zu können.

Der Gottesdienst wurde genauso gut, wie er aufgrund der Generalprobe zu erwarten war. Ich spielte für Jörg an der Orgel den Registranten (jetzt ist auch klar, was ich im letzten Beitrag mit „Normalfall“ meinte). Nach dem Gottesdienst erhielt ich die Gelegenheit, auch selber auf dieser romantischen Orgel spielen zu können, welche klanglich etwas anders ist als unsere Orgel in der Johanneskirche. Aber zu verschiedenen Orgelbauarten vielleicht ein anderes Mal mehr.

Zum Abschluss ein paar Bilder, die ich gemacht habe:


Seitenschiff im Petersdom


Blick auf den Petersdom von der Engelsburg


Die Decke der Galerie der Landkarten in den Vatikanischen Museen. Leider wird ein kleiner Teil links gerade restauriert, aber dennoch eine Freude anzuschauen wie ich finde.

Rom ist eine absolut schöne Stadt, die man sich auf jeden Fall anschauen sollte, wenn man das noch nicht getan hat – im Idealfall mit etwas mehr Zeit als nur drei Tagen.


Am Montagmittag wieder in Berlin angekommen, ging es für mich auch schon direkt weiter. Alle Freiwilligen, die ein FSJ (Kultur) bestreiten, müssen an mehreren Bildungsseminaren teilnehmen. Also befand ich mich am Montagabend schon in der Bildungsstätte „Kurt Löwenstein“ in Brandenburg. Dort verbrachten dann knapp 60 Freiwillige ihre Arbeitswoche. Wir besuchten während der Zeit Workshops z.B. in meinem Fall „Methoden der Jugendarbeit“ und setzten uns in Selbstreflexion mit unserem FSJ auseinander. Allerdings gab es auch Freizeit, in der wir uns untereinander austauschen und miteinander Spaß haben konnten. Viel zu schnell ging auch diese Woche zu Ende; der Abschied fiel sehr schwer. Selbstverständlich haben wir alle Kontaktdaten ausgetauscht, sodass wir weiter verbunden bleiben, während wir uns schon auf das nächste Seminar freuen.

Das war‘s auch schon erstmal. Bis bald,

Euer FSBlogler Christoph








Vorgestern, am Sonntag, fand bei uns in der Johanneskirche das groß angekündigte Konzert „Blechreiz“ statt. Das genau 60 „Bläserminuten“ (kleine, fast vernachlässigbare Abweichung von der „Normalminute“) lange Konzert war von Anfang bis Ende sehr schön. Hoch konzentriert – meistens zumindest – gestalteten Gruppe 1 und 2 des Jungen Blechs sowie der Bläserchor das Konzert und sorgten damit (zum Bespiel an der Forte-Fortissimo-Stelle des „Sonnenaufgangs“ aus „Also sprach Zarathustra“(nicht unsere Aufnahme)) für sehr klangvolle Momente.



Im Konzert habe ich nicht nur Trompete gespielt, das reicht für einen FSJler nicht. Abgesehen natürlich von obligatorischen FSJler-Aufgaben „Noten kopieren und Stühle stellen“ (vielen Dank für diesen Teil der Moderation, Martin...), durfte ich beim ersten Stück den Bläserchor auf der Orgel begleiten. An meiner Seite agierte Jörg Walter als Registrant – irgendwie lustig, denn im „Normalfall“ ist es andersherum.

Nicht zu vergessen ist meine Rolle als Animateur und an dieser Stelle möchte ich nochmal ein großes Lob an unsere Zuhörer aussprechen: Wenn ich Ihnen eine Note für das Mitmachen geben müsste – Sie würden eine glatte „1“ bekommen! So toll habe ich noch eine Menschenmenge auf Kommando „HEY!“ rufen hören; auch bei den Lippenübungen für Jungbläser (quasi zur Einstimmung) waren Sie sehr aktiv, einfach großartig!


Das ganze Konzert hindurch blieb jeder Bläser trotz der hohen Konzentration spielfreudig und entspannt – bis auf den Mundraum gegen Ende des Konzertes vielleicht. Apropos „Ende des Konzerts“: Hier die Aufnahme des zum Abschluss aufgeführten „Highland Cathedral“ (ja das sind wir!), bei dem alle Gruppen mitgewirkt haben. Am Schluss hört man uns vielleicht doch ein wenig die Erschöpfung an, aber im Großen und Ganzen? Nicht schlecht, oder?


Und wenn Sie jetzt Lust bekommen sollten, sich so tolle Musik nicht nur anzuhören, sondern bei solcher auch selber mitzuwirken, dann möchte ich Sie (auch im Namen von Sabine Schmidt) recht herzlich einladen, denn: Im November werden, wie bereits angekündigt, gleich zwei (!!) neue Gruppen mit Jungbläsern aufgemacht – eine Gruppe für „Kinder und Teenies“ und eine weitere Gruppe für „Jugendliche, junge Erwachsene und Junggebliebene“. Wer Interesse hat, kann sich gerne unter s.schmidt@ekg-frohnau.de melden.

So, und wie geht’s jetzt weiter? Am Freitag steht die Reise des Kantatenchors nach Rom an, und ich komme selbstverständlich mit! Nächste Woche können Sie dann lesen, was ich dort alles erlebt habe!







Das vergangene Wochenende war ein sehr Wichtiges für mich. Wieso? Das erfahren Sie jetzt:

Bestimmt haben Sie es schon gesehen. Immerhin wird es groß angekündigt, hier auf der Website, aber natürlich auch durch Plakate in unserer Kirche. Man könnte mir jetzt vorhalten, dass ich dafür Werbung mache und der FSBlog ja eigentlich nicht für Werbung gedacht war. Aber: Ich habe ein großes Interesse daran, dass das Konzert schön wird. Mist, jetzt ist es schon raus. Es geht natürlich um "Blechreiz" am 11. Oktober. Und während Sie sich noch mit vollkommen anderen Dingen beschäftigen (Verstehen Sie mich nicht falsch, das ist okay. Wir erinnern Sie auch nochmal daran!), laufen die Vorbereitungen bei uns auf Hochtouren.

Weil die Zusatzprobe des Bläserchors am Freitagabend noch nicht genug war, ließ ich am Samstagmorgen noch einmal 5 Stunden Probe über mich ergehen; zunächst beide Gruppen des Jungen Blechs und danach - genau, der Bläserchor. Sie sehen: Alle Beteiligten sind hochmotiviert und üben, was das Zeug hält. Wir hoffen, das kann man dann an jenem Sonntag Abend auch hören.

Sonntag war aber ein noch wichtigerer Tag für mich. Seit Anfang September unterrichtet mich Jörg an der Orgel. Seit dem 1. September insgesamt 4 Stunden. Am Sonntag habe ich das erste Mal im Gottesdienst gespielt, den Kantatenchor bei "Singet dem Herrn ein neues Lied" unterstützt. Die beiden aus der Spatzenmesse gesungenen Sätze "Sanctus" und "Agnus Dei" teilten Jörg und ich uns auf: Beim Sanctus spielte ich Orgel, Jörg dirigierte, beim Agnus Dei tauschten wir. Am Ende war weder mein Orgelspiel, noch mein Dirigieren perfekt. Und doch war es ein guter Einstieg in ein Arbeitsfeld, mit welchem ich über das nächste Jahr noch öfters zu tun haben werde.

Der schöne Auftritt für die Goldenen Konfirmanden mit den Nightingales im Anschluss an den Gottesdienst war das Sahnehäubchen zum Abschluss des Wochenendes. Die Reaktionen des Publikums: Unterschiedlich. Bei allem Lachen und Freuen floss doch die ein oder andere Träne. Und das nicht "vielleicht, weil wir so schlecht waren?", wie eine Stimme aus den eigenen Reihen scherzhaft vermutete.

Mein Wochenende. Jetzt wissen Sie's. Ich schließe heute mal mit einem der

Momente aus dem Leben eines FSJlers:

Volker Hühne begrüßt mich am Samstag vor der Bläserchor-Probe lachend: "Das gibt's ja nicht, dass ich dich hier treffe, Christoph, wie ist es dir seit damals so ergangen? Wir haben uns bestimmt seit 12 Stunden nicht mehr gesehen!"






Hallo Ihr Alle,

das Konzert am Samstagabend war für uns alle etwas Besonderes, auch für uns Mitwirkenden. Denn wir befanden uns nicht nur in dieser ausführenden Position, sondern auch noch in der Rolle des Zuhörers, konnten uns zwischenzeitlich zurücklehnen, entspannen und genießen; den Klängen, die von der Orgel kamen, lauschen.

Das Konzert ging mit "Unicornis Captivatur" von Ola Gjeilo unter der Leitung von Karsten Schröder dem Ende zu. Das Foto wurde während der Generalprobe dieses Liedes gemacht. Danach schloss Dirk Elsemann mit einer Choralfantasie und Doppelfuge über das vorherige Stück.

Ich freue mich sehr, dass Sie so zahlreich erschienen sind und die Kirche gut gefüllt war. Ich danke Ihnen herzlich fürs Kommen und hoffe, dass es Ihnen gefallen hat!

Christoph







Veröffentlicht am 18.09.2015:

Hallo!
Hier bin ich wieder, jetzt mit dem ersten richtigen Beitrag!
Ich beginne diesen Textschwall (es tut mir leid, es ist einfach ein bisschen länger geworden..., lohnt sich hoffentlich aber!) mit einem Bild:

Hier auf diesem Foto sieht man Markus Fritz, Kantor der Hoffnungskirchengemeinde in Neu-Tegel, beim gestrigen musikalischen Abendgottesdienst an der Orgel in der Dorfkirche Alt-Tegel. In diesem Gottesdienst hatten wir, ein Projekt-Kammerchor bestehend aus Reinickendorfer Kantoren und Sängern (und mir), die Möglichkeit, unser Chor-Programm aufzuführen. Dieses erwarben wir im Rahmen einer Fortbildung*.

*: lief unter der neudeutschen Bezeichnung "Chor-Workshop", klingt irgendwie lässiger.

Zunächst einmal bestand die Möglichkeit, sich in zwei Noten-Leseproben mit der doch etwas eigenen Musik vertraut zu machen. Im Nachhinein zeigte sich, dass diese beiden dem Workshop vorausgehenden Proben absolut notwendig waren, damit nun die mittelalterlich, romatisch oder sphärisch (teilweise auch alles 3) klingenden Chorstücke auch aufführungsreif sind.

Am Mittwoch trafen wir uns um 10 Uhr morgens (also praktisch noch mitten in der Nacht), um zusammen mit der Professorin Hannelotte Pardall, die am Vortag extra aus Hamburg angereist war, die sehr anspruchsvollen Stücke nun richtig in Angriff nehmen zu können. In der vierstündigen Probe gönnten wir uns ganze 5 (!) Minuten Pause, in der es dann nicht mal ein Getränk gab, geschweige denn etwas zum Essen. Das wurde auch direkt nach der Probe beanstandet (Zitat: "Ich kann so nicht arbeiten!!!") und sofort für den folgenden Probetag ein kleines Buffet organisiert. Es müssen halt Prioritäten gesetzt werden.

Donnerstag (gestern), leider schon wieder zur selben Uhrzeit, gingen wir dann in Runde 2 der Proben. Ich bin recht sicher, dass die Verbesserung der Klangqualität unserer Musik etwas mit dem Kaffee und Gebäck im Raum zu tun hatte. Am frühen Nachmittag ging dann jeder seiner Wege, nur um uns dann anderthalb Stunden vor Gottesdienst-Beginn ein letztes Mal zu einer Anspielprobe zu treffen. Und nein, wir (Kirchen-)Musiker haben keine anderen Hobbies.

Aber im Endeffekt hat es sich gelohnt; es wurde ein schöner Gottesdienst, auch weil Markus Fritz (Foto oben) auf der Orgel die äußert spannende 2. Sonate von Paul Hindemith zum Besten gab.

Sie müssen aber nicht traurig sein, dass Sie diesen Gottesdienst verpasst haben, denn wir führen dieses Programm noch ein weiteres Mal auf: Morgen, am 19.09., findet um 18 Uhr bei uns hier in der Johanneskirche ein Konzert statt, bei dem nicht nur wir singen werden, sondern auch der großartige Berliner Orgelimprovisator Dirk Elsemann auf unserer Orgel über die von uns gesungenen Stücke improvisieren wird - das darf man auf keinen Fall verpassen!

Ich freue mich auf Sie :)

Christoph





Liebe Leser!

Ich habe mich ja im letzten Gemeindeblatt bereits vorgestellt, jetzt melde ich mich schon wieder, diesmal aber auf eine andere Art und Weise. Kirchenmusikalisch passiert in der Frohnauer Gemeinde ja eine ganze Menge, und darüber (und vielleicht auch ein bisschen drum herum) möchte ich berichten. Quasi "Momente aus dem Leben eines FSJlers" oder wie der Titel, der FreiwilligeSozialeBlog. Schauen Sie ab und zu mal hier rein, dann finden Sie Geschichten über Proben, Projekte, anstehende und vergangene Konzerte und Vieles mehr!

Man liest sich!

Christoph

Kategorien FSJ Kirchenmusikblog