Veröffentlicht am So., 13. Sep. 2015 19:35 Uhr

Wir wollen uns im Verlauf eines Jahres mit Ihnen zusammen die sogenannten „liturgischen Stücke“ unserer Gottesdienste neu aneignen. Es geht um jene Gesänge und Antwortgesänge, die fast jeden Sonntag gleich sind. Teil 1 unseres Grundkurses liturgische Gesaenge: das „Ehr sei dem Vater“ das Halleluja.

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Das „Ehr sei dem Vater“ (Gloria Patri) singen wir heute auf eine Melodie, die aus verschiedenen während der Reformation im 16. Jahrhundert gebräuchlichen Melodien basiert. Nachdem man später in der Zwischenzeit lange kein Gloria Patri sang, wurde es im 19. Jahrhundert zusammen mit dem Eingangspsalm (Introitus) wieder eingeführt. Aus dieser Zeit stammt auch die bis heute übliche Melodiefassung (EG 177.2). Durch ihren hohen Anfangston erhebt man gleichsam zu Beginn des Gottesdienstes die Stimme zum Loben.

 

Das Halleluja mit dem Hallelujavers war im Mittelalter ein kunstvoller und reich verzierter im Wechsel gesungener (antiphonaler) Psalmgesang. Die Reformatoren und später auch die Agenden des 19. Jahrhunderts haben diese Praxis stark vereinfacht und zurückgenommen. Bis hin dazu, dass im 20. Jahrhundert der Hallelujavers nur noch gesprochen wurde und die Gemeinde lediglich den kurzen Kehrvers (EG 181.3) sang.

Auch bei uns! Dabei ist das Halleluja (hebr. „Lobt Gott!“) schon von seinem klangvollen Wortlaut her Musik und verlangt auch vom Inhalt geradezu danach, gesungen zu werden. Den Hallelujavers nicht zu singen ist wie ein Untertitel im Kino – aber ohne Film! Deshalb singen Pfarrer, Lektor oder Kantor seit Ostern 2015 in Frohnau auch wieder den Hallelujavers im Wechsel mit dem schon bekannten Kehrvers der Gemeinde, der dann zweimal, in der Osterzeit sogar dreimal, gesungen wird. Hier finden Sie ihn auskomponiert im 9. Psalmton.

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