Veröffentlicht am Do., 25. Jul. 2019 09:52 Uhr

Wenn Du .………dann zitierst Du die Bibel  

Eine große alte Familienbibel mit altdeutschem Schriftbild steht auf einem Podest in der Mitte des weiß ausgekleideten Schaukastens. Von der Decke hängen 10 bunte unterschiedlich große Papptäfelchen mit bekannten Redensarten:  

….dir etwas wie Schuppen von den Augen fällt  

….du alt bist wie Methusalem  

….du über den Jordan gehst  

….du etwas auf Herz und Nieren prüfst  

….du eine Hiobsbotschaft überbringst  

….du bei Adam und Eva anfängst  

….du anderen ein Dorn im Auge bist  

….du jemandem die Leviten liest  

….du wie David gegen Goliath kämpfst  

….du ein Tohuwabohu erlebst    

Und unter der Bibel das Schild mit der Auflösung –

dann zitierst du die Bibel.  

Die Reihe ließe sich fortsetzen:  

….deine Hände in Unschuld wäschst  

….auf keinen grünen Zweig kommst  

….wenn du jemanden auf Händen trägst

….oder etwas mit Füßen trittst  

….wenn du im Dunkeln tappst  

….wenn dir die Haare zu Berge stehen  

……und und und………..  

Wir merken es oft gar nicht, dass wir die Bibel im Munde führen, so sehr sind diese Formulierungen in unsere Alltagssprache eingegangen. So alltäglich, so allgegenwärtig war früheren Generationen der Wortlaut der Bibel, dass sie diese Aussprüche wie selbstverständlich in ihren Sprachgebrauch übernommen haben.  

Das liegt natürlich auch an Martin Luthers kraftvoller, sprach- und stilbildender Übersetzung ins deutsche. Zum Teil hat er dabei Worte, ja Sprache über Jahrhunderte geprägt. Zum Teil hat er aber auch damals schon bekannte Ausdrücke in seine Übersetzung einfließen lassen, eben dem Volk aufs Maul geschaut, wie er es nannte.  

Achten wir doch einmal darauf, was wir so sagen…..

Und vielleicht lesen wir auch mal wieder nach, aus in welchem Zusammenhang unsere Formulierungen eigentlich stammen,       Google macht´s ganz einfach möglich.  

Für das Schaukastenteam grüßt

Maren Topf-Schleuning

Foto: Maren Topf-Schleuning

Kategorien Schaukasten